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20.03.2017

Elektromobilität für Wohnquartiere

Uni Jena präsentiert auf der CeBIT 2017 neues Forschungsprojekt WINNER.

Im 21. Jahrhundert denken immer mehr Menschen darüber nach, wie sie unseren Planeten entlasten können. Neben der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind Elektroautos heute eine Möglichkeit, eine übermäßige Umweltbelastung durch Schadstoffemissionen zu vermeiden. Auch das Zurückgreifen auf erneuerbare Energien, um Strom zu beziehen, ist längst Kennzeichen einer ressourcenschonenden, nachhaltigen Lebensweise.

Beide Ansätze verbindet nun das Forschungsprojekt WINNER, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über drei Jahre mit 2,5 Mio. Euro gefördert wird. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) realisiert das Projekt gemeinsam mit sechs Partnern aus Mitteldeutschland und präsentiert das Vorhaben vom 20. bis 24. März auf der CeBIT 2017 in Hannover.

Für Mieter Elektroautos und E-Ladesäulen

"Wir wollen Elektromobilität direkt in Wohnquartiere bringen, indem wir Mietern Ladesäulen für Elektroautos bereitstellen", berichtet Steffen Späthe, Leiter des Teilprojekts "WINNER Potential", das am Lehrstuhl für Softwaretechnik der FSU angesiedelt ist. Genau das wird nun erstmalig erprobt - und zwar keinesfalls nur theoretisch.

Denn im sächsischen Chemnitz wird derzeit ein Mehrfamilienhaus komplettsaniert, das künftig "Demonstrator" für das WINNER-Modell sein soll. "Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage angebracht und an den Parkplätzen werden vier Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge aufgestellt", erzählt Späthe. Hinzu kommen zwei Elektroautos, die die Anwohner gemeinsam nutzen können - umweltbewusstes Carsharing mit den Nachbarn. Der über das Dach produzierte Strom könne zusätzlich Heizungspumpen antreiben, Treppenhäuser oder Außenanlagen beleuchten oder zur Energieversorgung für die Mieter genutzt werden.

"Tetris mit Strom"

Spannend ist es für das Team von der Universität Jena vor allem, eine Energiebilanz zu erstellen und Einsparpotenziale bei der Energienutzung zu identifizieren. "Über einen längeren Zeitraum den Stromverbrauch eines Gebäudes mit 32 Mietparteien zu ermitteln, bietet vielversprechende Einsichten für uns als zentrale Messdatenstelle im Projekt. So können wir nachvollziehen, zu welchen Zeiten der Verbrauch besonderes hoch oder niedrig ist und regulierend eingreifen, wann der Strom aus dem Netz genommen wird und wann der vom Dach", erklärt Steffen Späthe. Nachts sei der Strom vom externen Versorger beispielsweise günstiger, dahingegen könnte zu teureren Zeiten der lokale, durch Lichtenergie produzierte Strom eingespeist werden. "Das ist dann wie Tetris mit Strom", freut sich der Jenaer Informatiker auf die Tests zur Optimierung der Energiebilanz, die, wenn die Sanierung gut läuft, noch Ende 2017 beginnen können.

In der Langfassung steht WINNER für "Wohnungswirtschaftlich integrierte netzneutrale Elektromobilität in Quartier und Region". Zu den Partnern gehören u. a. die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG, die HEOS Energy GmbH und die Mobility Center GmbH. Das Projekt präsentieren Späthe und seine zwei Kollegen, die von den 485.000 Euro Förderanteil für das Teilprojekt "Potential" über die komplette dreijährige Laufzeit eingestellt werden können, auf der CeBIT erstmals einem größeren Publikum.

SMART CITY LOGISTIK Erfurt präsentiert Projektergebnisse

Am Stand "Forschung für die Zukunft" der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist von der FSU zudem erneut die Projektgruppe SMART CITY LOGISTIK Erfurt vertreten. Das Team um Dr. Volkmar Schau hat sich ebenfalls dem Ziel verschrieben, Elektromobilität als Alternative ins öffentliche Bewusstsein zu rücken - allerdings im Rahmen von Logistikleistungen statt privater Nutzung. Schau stellt auf der weltweit größten IT-Messe nicht nur die Ergebnisse des 2016 abgeschlossenen Projekts vor, sondern auch noch einmal das Exponat selbst: einen umgebauten und mit modernster Technik ausgestatteten Multicar-Fahrsimulator, der Interessierten die Besonderheiten von Elektrofahrzeugen anhand logistischer Szenarien spielerisch nahebringt und Elektromobilität live erfahrbar macht.

Am Stand auf der CeBIT stehen die Jenaer Wissenschaftler außerdem gern für Fragen von Studieninteressierten zur Verfügung. "Unsere Projekte sprechen auf jeden Fall für sich und führen bestens vor Augen, welche Möglichkeiten sich durch ein Informatikstudium an der Uni Jena eröffnen", ist Steffen Späthe, der selbst an der FSU studiert hat, überzeugt.

Auf einen Blick:
Die Universität Jena stellt ihre Projekte auf der CeBIT 2017 vom 20. bis 24. März am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens in Halle 6 Stand B24 vor. Weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.winner.uni-jena.de/ und http://www.smartcitylogistik.de/.

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Quelle   Friedrich-Schiller-Universität Jena 2017

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