Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

22.05.2018

EU plant CO2-Obergrenzen für den Schwerlastverkehr

Grenzwerte für Lkws und Busse - Lkws und Busse sind für mehr als 5 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in der Europäischen Union verantwortlich. Dem will die EU-Kommission entgegensteuern und plant mit verschiedenen Maßnahmen deren CO2-Ausstoß bis 2030 um 30 Prozent zu verringern.

Rund 7 Millionen Lkws sind aktuell auf den Straßen der Europäischen Union unterwegs. Schätzungen zufolge verursacht der Schwerlastverkehr rund ein Viertel aller klimaschädlichen Emissionen auf der Straße. Und bislang mussten Lastwagen und Busse keine CO2-Limits einhalten. Auch der individuelle CO2-Ausstoß der einzelnen Vehikel wird bislang nicht erfasst. Das soll sich nun ändern. Ab 2019 will die EU den Ausstoß des klimaschädlichen Gases bei neuen Lkws und Bussen überprüfen. Und mit dem Einsatz von aktuellen und zukünftigen Technologien sollen bis 2025 15 Prozent CO2 eingespart werden, bis 2030 sogar 30 Prozent.

„Das CO2-Einsparziel bis 2025 kann mithilfe bereits vorhandener Technologien erreicht werden, die oft trotz niedriger Kosten noch keine breite Marktanwendung finden. Das betrifft etwa Reifen mit geringem Rollwiderstand und Verbesserungen der Aerodynamik und der Motortechnologien“, sagt der EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete gegenüber dem Handelsblatt.

Es bedarf neuartiger Technologien

Neben dem Einsparziel für 2025 sieht sich die EU auch bei den anstehenden Messungen gerüstet. Laut Cañete arbeitet die EU bereits seit 10 Jahren eng mit Stakeholdern zusammen, um eine Simulationssoftware zu entwickeln. Diese sei nun marktreif. Die gemessenen Grenzwerte sollen zunächst für 4 Lkw Kategorien gelten, die zusammengenommen etwa 70 Prozent aller Emissionen von Nutzfahrzeugen verantworten. Nach einer ersten Überprüfung der Richtlinien im Jahr 2022 könnten auch städtische Linienbusse und Fernbusse sowie kleinere Lkws unter die CO2-Obergrenzen fallen.

Um jedoch die angestrebten Ziele für 2030 zu erreichen, bedarf es neuartiger Technologien. Insbesondere die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs steht dabei zur Debatte. „Wir werden unsere finanzielle Unterstützung insbesondere im Bereich Batterieforschung auf mehr als 200 Million Euro von 2018 bis 2020 ausbauen“, so Cañete. Bis 2027 soll das Forschungsbudget dann auf 100 Milliarden Euro steigen.

Die Vorschläge gehen nicht weit genug

Der NABU kritisiert die Vorschläge der Europäischen Kommission hingegen als unzureichend. Zwar sei der grundsätzliche Ansatz lobenswert, der vorgelegte Entwurf jedoch kaum geeignet Lkw rasch deutlich effizienter zu machen und flächendeckend innovative, klimaschonende Technologien auf den Markt zu bringen. „Bereits mit heutigen Technologien sind beim Lkw Effizienzsteigerungen von rund 40 Prozent möglich“, meint NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger.

Und für die Zukunft müsse die Elektrifizierung von Lkws und Bussen sehr viel stärker vorangetrieben werden. Der NABU sieht hierbei eine Win-Win-Situation für Klima und Spediteure aufgrund des reduzierten Kraftstoffverbrauchs. Dies zeige auch ein gemeinsamer Appell von Unternehmen aus Logistik und Handel, die sich kürzlich gemeinsam für ambitionierte CO2-Grenzwerte für Lkw ausgesprochen haben. Und sogar die europäische Fahrzeugindustrie erhalte Planungssicherheit und könne so auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben und Arbeitsplätze sichern.

Dass ein Handeln beim Schwerlastverkehr nötig ist, zeigen die steigenden Zahlen von Lkws und Bussen auf europäischen Straßen. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur sind deren Emissionen seit 1990 um ein Viertel gestiegen. Und gerade beim stark wachsenden Lkw-Verkehr könnten bis 2030 noch einmal rund 40 Prozent mehr Fahrzeuge Europas Straßen belasten.  

Zurück zur Übersicht

Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (mf) 2018 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 24 / Sommer 2018 | "20 Jahre liberalisierter Strommarkt" | Jetzt lesen | Download

Das könnte sie auch interessieren