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18.09.2013

Mut zu Visionen - Brücken in die Zukunft

Jahrbuch Ökologie 2014 - Visionen? Es gibt große Vorbehalte gegen visionäres Denken.  Von Professor Udo E. Simonis

Man befürchtet mentales Glatteis, Flucht aus der Realität, den Missbrauch von Visionen als taktisches Manöver. Doch was kann ein Visions-Denkverbot bewirken? Es kann die ökologische Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verhindern, die Verantwortung für mehr Transparenz, die Beleuchtung all dessen, was ökologisch unterbelichtet ist. Das war die Sorge, die zum neuen Jahrbuch Ökologie führte.

Jahrbuch Ökologie 2014

Visionen haben mit dem Entstehen von Wissen zu tun und mit dem, was die Gesellschaft als Gewissheiten zulässt. Man kann Visionen nicht wissen, aber man kann und sollte sie kennen, weil sie zum Handeln motivieren und ungeahnte Kräfte mobilisieren können. Das Jahrbuch sucht diese Chance zunächst bei dem derzeit höchst strittigen Thema: Europa. Die Europäische Union erhielt als politische Idee den Friedensnobelpreis. Man sah darin ein Lob, man kann darin aber auch eine Verpflichtung für mehr Nachhaltigkeit verstehen. Was aber wäre dann die angemessene Politik?

Danach widmet sich das Jahrbuch dem „Dreigestirn“ des Denkens über Nachhaltigkeit, den strategischen Komponenten Effizienz, Suffizienz und Konsistenz. Denken ist nicht gleich Tun – und viel zu selten steht am Ende des Denkens über Nachhaltigkeit das wirkungsvolle Handeln. Vordenker zeigen, wie wir aus dieser Sackgasse herauskommen können.

Dem Visionieren über die Elemente des guten, besseren Lebens gelten weitere Beiträge des Jahrbuchs. Gelassenheit ist ein solches Element, Subsistenz sollte eines werden. Es gibt zudem vielfältige Beispiele des Homo socialis, der Menschen und Gemeinden, die auf der Suche nach einem sozial, nicht materiell begründeten Glück sind. Dass es auch den Homo sustinens, den der Nachhaltigkeit verpflichteten Menschen gibt, ist in der Kulturgeschichte konkret beschrieben. In der heutigen, wachstumsfixierten Welt ist er aber vorerst nur eine Vision.

Immerhin: Wir können den Leserinnen und Lesern mit diesem Jahrbuch eine spannende Lektüre versprechen – auch viele Anregungen zum eigenen Visionieren.

Das Themenspektrum des Jahrbuchs umfasst:

Vorwort von Professor Udo E. Simonis mehr

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Quelle   Udo E. Simonis 2014 ist Professor Emeritus für Umweltpolitik am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und Redakteur des Jahrbuch Ökologie