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19.06.2014

Die Kraft der Vision Pioniere und Erfolgsgeschichten der regionalen Energiewende.

LokalpolitikerInnen in Deutschland setzen die demokratische, regionale Wende hin zu erneuerbarer Energie um. Von Peter Schmuck

Während maßgebliche Kräfte der derzeitigen Bundespolitik derzeit die Erfolgsgeschichte der dezentralen erneuerbaren Energie in Deutschland auszubremsen suchen, finden sich auf Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene zahlreiche PolitikerInnen, welche bereits seit Jahren auf dem Weg zu einer regionalen Wende zu erneuerbarer Energie äußerst erfolgreich vorangeschritten sind. Eine Projektgruppe des Zentrums für Nachhaltigkeit der Universität Göttingen hat sechs dieser PolitikerInnen interviewt und ihre Erfolge  in den Regionen und Kommunen skizziert.

Frau Reineke, Ortsbürgermeisterin von Barlissen in Niedersachsen, Herr Ahlke, Leiter des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Landkreis Steinfurt, Herr Lüdtke, Bürgermeister der Gemeinde Alheim in Hessen, Herr Popp, Bürgermeister der Stadt Merkendorf in Franken, Herr Schmiedel, Bürgermeister von Colditz in Sachsen und Herr Roos, Bürgermeister von Saerbeck in Nordrheinwestfalen sowie weitere engagierte Bürger – die Landwirte Herr Degelmann (Frankenwald), Herr Voss und Herr Wendt sowie der Ingenieur Herr Schmidt-Kanefendt (Kreis Wolfenbüttel), Frau Otsu aus Japan, Frau Sladek aus Schönau im Schwarzwald - erzählen von den bisherigen Erfolgen, den vielen hunderten Arbeitsplätzen, den gestiegenen Einnahmen, welch dann für soziale Zwecke oder Bildung ausgegeben werden können, von der Freude der Menschen dieser Regionen, ihre Daseinsvorsorge in Sachen Energie zurück in die eigenen Hände zu nehmen.

Auch nach ihren ganz persönlichen Motiven und den Konsequenzen für ihr eigenes Wohlbefinden gaben Sie Auskunft: Das sinnerfüllte Engagement für eine lebenswerte Energiezukunft vor Ort beschreiben alle Befragten als Quelle für Freude am Arbeiten, Spaß, Zufriedenheit und ein gutes Gewissen. Nach Erfolgsfaktoren befragt, findet sich eine Vielzahl von ganz konkret umsetzbaren Tips an „Neueinsteiger“ in den Prozess der regionalen Energiewende. Wie man die Bürger mitnimmt, die lokalen Potentiale erkennt und nutzt, Unterstützung von Außen dazuholt, wie man auch mit wenig Geld „über den Nullpunkt“ kommt, kann der Leser von diesen Pionieren der regionalen Energiewende erfahren.

Aus dem Resümee der Broschüre: „Wollen wir gangbare Wege in die Zukunft finden, brauchen wir zwei Dinge: Zum einen Visionen, Ideen, Phantasien darüber, welche Zukunft wir haben wollen – auf der Grundlage des besten heute verfügbaren Wissens über Potentiale und Begrenzungen, die wir auf unserer Erde vorfinden. Zum anderen brauchen wir mutige und beherzte Menschen, die damit beginnen, reflektiert und bestimmt diese Visionen in das reale Leben zu bringen und die sich dabei von der wechselhaften Tagespolitik nicht auf ihrem Weg beirren lassen.

Diese Broschüre berichtet von Menschen in Deutschland und Japan, die die Kraft von Visionen einer künftigen Energieversorgung erkannt haben und die solche Visionen in die Realität gebracht haben. Ihnen verdanken wir es heute, dass die Möglichkeiten, Energie ohne Zuhilfenahme endlicher Rohstoffe direkt aus der Sonnenstrahlung und deren Wirkungen zu gewinnen – vor einigen Jahrzehnten noch mitleidig belächelt – heute in der Fläche Deutschlands und auch in Teilen Japans sowie vielen anderen Regionen der Erde, nicht mehr zu übersehen sind.

Dabei lassen sich zwei Wege in die künftige Energieversorgung beschreiten: Einmal als Fortsetzung des zentral organisierten fossil-nuklearen Systems, bei dem wenige Großanlagen wie Windparks in der Nordsee oder riesige Solarstromanlagen im Mittelmeerraum mit Übertragungs- und Verteilnetzen den weit über die Landesfläche gestreuten Bedarf decken. Zum anderen durch ein neues Energiegewinnungs- und Verteilungssystem, bei denen eine Vielzahl kleiner regionaler Energiegewinnungsanlagen über einen Regionenverbund und neue regionale Speichersysteme die Stabilität der Energieversorgung im Land sicherstellt.

Zwei gewichtige Argumente sprechen für das regionale Modell: Wind und Sonne fallen in der Fläche an und sind nicht wie Kohle oder Erdöl an wenigen Stellen zentriert. So macht es Sinn, diese Energiequellen bevorzugt dort zu nutzen, wo auch die Energie gebraucht wird, also dezentral an vielen Orten, zumal dann auch weniger neue Übertragungsleitungen, etwa von der Nordsee nach Bayern oder vom Mittelmeer ins Ruhrgebiet, benötigt werden.

Der zweite Grund scheint uns ebenso wichtig und bedeutsam: Die regionale Organisation der Energieerzeugung und –verteilung ermöglicht eine demokratische Art der Daseinsvorsorge, bei der die Menschen vor Ort in den jeweiligen Regionen unseres Landes ihre Geschicke zurück in die eigenen Hände nehmen.

Bürgerwindparks, Bürgersolaranlagen, genossenschaftlich organisierte Energieverteilungssysteme können sicherstellen, dass das neue Energiesystem im Einklang mit den Interessen der Menschen vor Ort geplant, gebaut und genutzt wird.

Die Menschen, die in dieser Broschüre ihre Erfolgsgeschichten erzählen, zeigen, dass dieser Weg gangbar und sinnvoll ist. Und noch mehr: Sie zeigen auch, dass es Spaß macht, sich auf diesen Weg zu begeben, dass Freude, Aufregung und Spannung damit verbunden sind. Ein Hauch von Abenteuer scheint auf und zeigt, wie unerschrockene, einfühlsame und klar denkende Menschen an vielen Stellen unserer Welt auch in Zeiten allgemeiner Verwirrung und Vernebelung ihren Weg gehen. Und damit Leuchttürme schaffen, an denen sich andere orientieren können, die auf der Suche nach Alternativen zu den Lebensmustern sind, welche sich heute als nicht zukunftsfähig erweisen.

Besuchen Sie die Pionierregionen und deren Leuchttürme und lassen Sie sich vor Ort von der Kraft der Vision, die dort schon wirklich geworden ist, anstecken!

Download der Broschüre

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Quelle   Im Namen der Herausgeber:Prof. Dr. Peter Schmuck 2014