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11.07.2013

IEA: Wettbewerbsfähigkeit Erneuerbarer am Strommarkt nimmt weltweit immer mehr zu

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) registriert eine zunehmende Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren Energien im Stromsektor. Die Erzeugung von Strom aus Wasser, Wind, Sonne und anderen regenerativen Quellen werde bereits im Jahr 2016 höher sein als die Stromproduktion aus Gaskraftwerken. Zu diesem Zeitpunkt werde doppelt so viel Ökostrom als Atomstrom erzeugt, berichtet die IEA anlässlich der Veröffentlichung ihres „Medium-Term Renewable Energy Market Report“.

„Die andauernden Kostensenkungen ermöglichen es den erneuerbaren Energien, im Wettbewerb mit neuen fossilen Kraftwerken aus eigener Kraft zu bestehen“, erklärte IEA-Direktorin Maria van der Hoeven.

Der Titelbericht von EUWID Neue Energien 27/2013 widmet sich den Analysen der IEA, die eine bemerkenswert positive Bewertung der Perspektiven erneuerbarer Energien liefern. Die Publikation ist am 3. Juli erschienen und umfasst 89 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten.

ÜBERGREIFENDE THEMEN

Der Investitionsbedarf der Maßnahmen zur Energiewende in Deutschland liegt zwischen 2014 und 2020 bei 31 bis 38 Mrd. € pro Jahr. Allein der Ausbau der erneuerbaren Energien kommt dabei auf rund 200 Mrd. € bis zum Jahr 2025. Diese Zahlen präsentierte Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) den über 400 Teilnehmern der 3. Regionalkonferenz Energie und Umwelt in der vergangenen Woche in Ludwigshafen.

Um die Energiewende zu schaffen, müsse sie richtig organisiert sein, so Kemfert. Die Berliner Professorin erläuterte ihre Vorstellungen einer „klugen Energiewende“, die im Wesentlichen aus drei Punkten besteht: Der Schaffung eines geeigneten Marktdesigns, der Optimierung des Emissionshandels sowie der Verbesserung der Energieeffizienz.

Neben ihrer Agenda für eine „kluge Energiewende“ plädierte Kemfert für eine differenziertere Debatte über die Kosten der Transformation des Energiesystems. Wichtig sei, die tatsächlichen Energiekosten und nicht nur die Energiepreise in den Blick zu nehmen. Erstere werden beeinflusst von den internationalen Rohstoffpreisen und weiteren Faktoren, die sich dem direkten Einfluss der deutschen Politik, bzw. der deutschen Unternehmen, entziehen. Ein wirkungsvolles Gegensteuern sei daher nur dann möglich, wenn klare europäische Regelungen zum Emissionshandel verabschiedet und Einsparungen im eigenen Energieverbrauch umgesetzt werden.

Eine andere Diskussion über die Energiewende fordert auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Die Zustimmung für das Projekt drohe zu schwinden, weil mehr über die Risiken und kaum über die Chancen geredet werde, hieß es in einer Mitteilung anlässlich der Fachkonferenz Bilanz der Energiewende, die der DGB gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung veranstaltet hat. „Es fehlt an einer Gesamtarchitektur, die Arbeitnehmern, Investoren und Kunden Planungssicherheit gibt“, sagte Dietmar Hexel, Vorstandsmitglied des DGB.

Die Ausgabe 27/2013 von EUWID Neue Energien befasst sich im Bereich der Erzeugungsform-übergreifenden Berichterstattung auch mit dem „Regierungsprogramm“ der Union für die kommende Legislaturperiode, dem Haushaltsansatz für den Energie- und Klimafonds (EKF), Obamas Vorstoß in Sachen Klimaschutz und aktuellen Power-to-Gas-Projekten von Audi und E.ON Hanse. Preise für Ökostrom, Heizöl und Rohstoffe sowie die jüngste Entwicklung des Aktienindexes Renixx World ergänzen das Themenspektrum der aktuellen Ausgabe.

BIOENERGIE

Die Anlagenbauer EnviTec Biogas und Biogas Nord weiten aufgrund des Markteinbruchs in Deutschland zunehmend ihr internationales Geschäft aus. Biogas Nord hat dadurch eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2012 einen Teil der Umsatzverluste in Deutschland ausgeglichen. Trotzdem hätten sich die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich reduziert. Das geht aus ersten Informationen des Bielefelder Unternehmens zum Geschäftsjahr 2012 hervor. EnviTec bestätigte bereits im April veröffentlichte vorläufige Zahlen. Während der Umsatz demnach insgesamt um 22 Prozent sank, legte der Auslandsumsatz deutlich um 41 Prozent zu.

Auch eine Marktbefragung von AgriDirect bestätigt, dass der deutsche Biogasmarkt derzeit keine guten Absatzmöglichkeiten für Neuanlagen bietet. Nur rund 13 Prozent der Biogasanlagenbetreiber planen derzeit ihre Leistung im kommenden Jahr auszubauen. Im Jahr 2012 hätten noch 16,9 Prozent aller Betreiber Expansionspläne gehabt.

Im Bereich der festen Biomasse werden Technologien entwickelt, um einen gleichwertigen Ersatz für Kohle in bestehenden Anlagen zu finden. Aktuell hat die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) eine Demonstrationsanlage zur Produktion von Biokohle auf dem Gelände der Deponie Lochau in Betrieb genommen. Zum Einsatz kommt dabei das Verfahren der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC). Wissenschaftlich wird das Projekt vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) begleitet.

Unternehmensmeldungen über MVV Enamic, German Pellets, Verbio Vereinigte Bioenergie, KTG Energie, Weltec Biopower, die EWE Netz und weitere Marktakteure runden die Berichterstattung zum Bioenergiebereich ab. Im Marktbereich der NE-Ausgabe 23/2013 finden sich der EUWID-Marktbericht über Holzpellets, Angaben zum Biokraftstoffverbrauch und Preise für Getreide, Ölsaaten und Mühlenprodukte sowie Biodiesel.

SOLARENERGIE

Im Mai sind in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt 344,2 MWp neu installiert worden. Das berichtet die Bundesnetzagentur. Damit beläuft sich der Zubau in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres auf 1.488,3 MWp. Der Solarmarkt ist mithin im bisherigen Jahresverlauf gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (2488,5 MWp) um 42,5 Prozent geschrumpft. Insgesamt sind in Deutschland bis Ende Mai 2013 nach Angaben der Netzbehörde Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 33,88 GWp ans Netz gegangen.

Einen regelrechten Boom verzeichnet die Photovoltaik in der Türkei. Bei der ersten Ausschreibungsrunde für PV-Großprojekte mit einer Leistung von mehr als einem MWp hat die Zahl der eingereichten Anträge fast 15-mal über dem staatlich gedeckelten Volumen von 600 MWp bis Ende 2013 gelegen, wie die Exportinitiative Erneuerbare Energien berichtet. Insgesamt seien vom 10. bis 14. Juni 496 Projektanträge mit einer Gesamtleistung von 8.900 MWp bei der zuständigen Stromregulierungsbehörde EPDK eingereicht worden. Der Anteil ausländischer Projektentwickler und Investoren lag dabei mit fünf Prozent relativ niedrig.

Die Solarthermie in Europa zählt zu den weiteren Solar-Themen der aktuellen Ausgabe. Unternehmensmeldungen zu Bosch, Consolar, KACO new energy, SMA Solar Technology, Schmid Group und Bilfinger HSG Facility Management ergänzen das Themenfeld ebenso wie die jüngsten Zahlen zur Solarstromeinspeisung.

WINDENERGIE

In dieser Woche beschäftigt sich die Berichterstattung zur Windenergie mit verschiedenen Neuigkeiten der großen Anlagenhersteller und weiterer Akteure, die in der Branche aktiv sind. So meldete der Windradbauer Nordex die Erweiterung seines Rostocker Testzentrums. Zugleich gaben die Hamburger die Streichung ihrer US-amerikanischen Produktionsstätte bekannt – das Unternehmen begründet den Schritt mit einer schwachen Nachfrage und unsicheren Herstellungsbedingungen vor Ort.

Der Versicherungsriese Allianz begab sich unterdessen auf Einkaufstour und nahm drei neue Windparks – zwei in Frankreich und einen in Deutschland – in sein Portfolio auf. Auch der (Co-)Weltmarktführer im Windanlagenbau Vestas meldete in der letzten Woche den Eingang von drei Großaufträgen. Die Dänen haben eigenen Angaben zufolge einen 107-MW-Auftrag aus Australien, einen 99-MW-Auftrag aus Schweden und einen 87-MW-Auftrag von den Philippinen erhalten.

Auf der politischen Bühne sorgte in dieser Woche die Schleswig-Holsteinische Landesregierung mit ihrer 300-Prozent-Vorgabe für Aufsehen: Bis zum Jahr 2020 wollen die Norddeutschen das Dreifache des eigenen Strombedarfs aus Erneuerbaren – insbesondere durch Windkraft – produzieren. In Hessen dagegen ist ein Streit über die Ausweisung von Landesflächen für die Windstromerzeugung ausgebrochen – die von der Landesregierung veranschlagten zwei Prozent halten Interessengruppen und die Opposition für nicht ausreichend.

Die Firmenmeldungen drehen sich in dieser Woche um neue Projekte der beiden Energiekonzerne EnBW und RWE.

GEOTHERMIE

Der GtV-Bundesverband Geothermie hat die Bedeutung Islands für die Nutzung erneuerbarer Energien unterstrichen. Bereits heute sei die Geothermie für 90 Prozent der Wärmebereitstellung in Island verantwortlich, teilte der Verband anlässlich des Staatsbesuchs des isländischen Präsidenten Ólafur Ragnar Grímsson in Deutschland mit. Der größte Stromversorger des Landes stelle ausschließlich Strom aus Erneuerbaren zu einem Preis zur Verfügung, der 25-40 Prozent unter dem anderer europäischer Länder liege.

WASSERKRAFT

Im Bereich Wasserkraft berichtet EUWID Neue Energien in dieser Woche von Plänen für ein Pumpspeicherkraftwerk im Sauerland. Der Hagener Energieversorger Enervie und die Stadtwerke Düsseldorf planen zwischen Finnentrop und Sundern ein 500 Mio. € teures Pumpspeicherkraftwerk. Nach Angaben von Enervie wollen die beiden Versorger jetzt in die Planungs- und Genehmigungsphase einsteigen.

CO2-arme Kohlekraft

Das Forschungszentrum Jülich hat sich mit einer umfangreichen Studie in die Diskussion um die umstrittenen Technologien zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid eingeschaltet. Die Technologiebewertung habe zum Ergebnis, dass Carbon Capture and Storage (CCS) unter Kostengesichtspunkten und hinsichtlich der gesellschaftlichen Akzeptanz wenig erfolgversprechend sei, teilte das Forschungszentrum mit. EUWID stellt die Studie vor.

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Quelle   Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH 2013Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht