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01.11.2012

Sanierung im Winter fordert Geduld

Kälte kann beim Trocknen helfen – Aber: Frost sorgt für Verzögerungen.

Bei eiskalten Temperaturen die Ärmel hochkrempeln und das eigene Haus sanieren? Der Winter hat Vor- und Nachteile, wenn es um die energetische Sanierung geht: Die trockene Luft hilft, Feuchtigkeit aus Bauteilen zu ziehen und bietet ungeduldigen Sanierern die Chance, schneller fertig zu werden. Der Winter kann einem jedoch auch einen Strich durch die Sanierungsrechnung machen, wenn er zu kalt wird.

„Mit langfristiger und fachmännischer Planung durch einen Experten können Sanierungen durchaus auch im Winter gelingen“, sagt Sven Börjesson von der Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren-profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Der Bauingenieur betreut die Kampagne für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Börjesson: Kalte und trockene Luft hilft beim Trocknen von Bauteilen

Zeit und Geduld sind auf Baustellen gerade bei Bauherren selten  zu finden. Wer aber bei mildem, trockenem Winterwetter saniert, hat Glück: „Kalte und damit trockene Luft, die im Winter durch offen stehende Fenster ins Haus kommt, hilft dabei, dass frischer Estrich oder feuchtes Mauerwerk schneller und besser trocknet“, sagt Börjesson.Zusätzlich sollte aber auch ab und zu geheizt und gelüftet werden, wenn das Gebäude gerade nicht bewohnt werde. „Das alles dauert natürlich etwas länger, und Vielen fehlt dazu die Gelassenheit“, so Börjesson. In Baumärkten gebe es Hygrometer, die den Luftfeuchtegehalt in Räumen messen. So könne der Hausbesitzer selber kontrollieren, wann es mit dem Trocknen reiche. Die Luftfeuchte solle nicht mehr als 80 Prozent betragen.

Wird der Winter zu frostig, gibts Probleme beim Verarbeiten von Kunst- und Klebstoffen

Schwierig wird eine Wintersanierung aber, wenn der Frost zuschlägt: Putze und Mörtel seien temperaturempfindlich und könnten schon mal Risse aufzeigen, wenn sie, frisch aufgetragen, zu niedrigen Temperaturen ausgesetzt würden. Zudem ließen sich bei Frost viele Kunst- und Klebstoffe nicht mehr oder nur schlecht verarbeiten. Börjesson: „Dann kann so eine Sanierung ganz schön dauern.“

In schlimmen Fällen könnten offen liegende, also untemperierte Wasser- und Heizungsleitungen, platzen. Bei umfangreicheren Arbeiten sollten die Sanierer gut aufpassen, dass es nicht zu Frostschäden an den Leitungen kommt. Dann habe man zusätzliche Feuchtigkeit im Gemäuer oder im Estrich, die dort wiederum bei Frost das Material beschädigen könne. „Ich würde deshalb jedem raten, bei der Sanierung im Winter Geduld mitzubringen und sich nicht darauf zu verlassen, dass der Winter mild wird“, so Börjesson.

Kostenlosen DBU-Energie-Check vor der Sanierung durchfürhen lassen

Auch vor einer Sanierung im Winter sollte der kostenfreie Energie-Check der DBU-Initiative vorangehen. Extra geschulte Handwerker führen ihn in Ein- und Zweifamilienhäusern durch. Nach der Beratung bekommt der Hausbesitzer eine Mappe mit Informationen, die er für die nächsten Sanierungsschritte benötigt. Rund 12.000 Handwerker aller Gewerke beteiligen sich an der bundesweiten Aktion. Unter www.sanieren-profitieren.de können sich Interessierte über die Initiative informieren und einen Handwerker in ihrer Nähe finden, um den kostenlosen Service zu nutzen.

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Quelle   Deutsche Bundesstiftung Umwelt 2012