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05.08.2011

Getreidezüchtung kann Klima schützen

Die Landwirtschaft könnte einen Beitrag zur Verringerung des Kohlendioxids (CO2) in der Atmosphäre leisten, wenn sie Getreidesorten mit längeren Wurzeln verwendet.

Diesen Vorschlag liefern Forscher der Universität Manchester im Journal "Annals of Botany". "Die Züchtung von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen mit längeren Wurzeln hilft dem Klima und steigert dabei auch die Erträge", so Studienautor Douglas Kell.

Kohlenstoff tiefer speichern

Die Wurzeln der meisten Getreidesorten reichen nur etwa einen Meter tief in den Boden. Mit tieferen und buschigeren Wurzeln könnten Pflanzen "deutlich mehr" aus der Atmosphäre gefiltertes CO2 dauerhaft im Boden speichern, behauptet Kell. Wie groß dieser Beitrag sein könnte, zeigt er in einem Kohlenstoff-Rechner (siehe: http://dbkgroup.org/carbonsequestration/rootsystem.html). Als Nebeneffekt könnten die Pflanzen auch Wasser und Nährstoffe besser speichern, was sie vor Trockenheit und Hochwasser schützt und den Ertrag steigert.

Springender Punkt CO2-Menge

"Der Vorschlag ist überlegenswert. Praktikabel für den Klimaschutz ist er jedoch nur dann, wenn er tatsächlich viel CO2 reduziert", urteilt Engbert Matzner vom Institut für Bodenökologie der Universität Bayreuth. Grundsätzlich sei der langfristige Beitrag der landwirtschaftlichen Pflanzen zur CO2-Sequestrierung aus der Atmosphäre bisher gering - da der gefilterte Kohlenstoff der meisten Bestandteile durch Verzehr und Verarbeitung wieder freigesetzt wird.

Aktualisierung (03.08.2011, 16:36):

Noch skeptischer äußert sich Sebastian Gresset vom Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung der TU München zu der Idee. "Pflanzenzüchter wählen unter rund 10.000 Pflanzen aus, können jedoch die Wurzellänge dabei nicht ansehen. Dafür gibt es bisher noch keine Methode", so der Experte gegenüber pressetext. Schwer vorstellbar sei auch die gleichzeitige Ertragssteigerung. "Pflanzen haben nur ein begrenztes Potenzial, Biomasse zu speichern. Sie können nicht gleich viel in die Saat und in die Wurzel investieren."

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Quelle   pressetext 2011Johannes Pernsteiner 2011