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06.08.2011

Shell vor Millionenstrafe

Der Ölkonzern hat die Verantwortung für Pipelinelecks übernommen, welches 2008 nahe der Gemeinde Bodo im Niger-Delta auftrat.

Ein UN-Bericht weist auf die katastrophalen Auswirkungen der Ölförderung im Ogoniland hin. Juristische Niederlage für Shell: Der Ölkonzern übernimmt nach einem Bericht des Guardian die Verantwortung für zwei Pipelinelecks, welches im Jahr 2008 nahe der Gemeinde Bodo in Nigeria auftrat. Bodo befindet sich im Ogoniland im Niger-Delta.Während der Konzern ursprünglich behauptet hatte, lediglich etwa 150.000 Liter Öl seien hierbei ausgetreten, gehen Experten, die Videos von dem Unfall begutachtet hatten, von mehreren Millionen Litern aus und verglichen den Unfall mit dem Exxon Valdez-Unglück. Shell hatte der Gemeinde ursprünglich umgerechnet etwa 4.000 Euro, sowie einhundert Säcke mit Reis und Bohnen angeboten. Nun hat Shell vor Gericht die volle Verantwortung für den Fall übernommen und muss mit einer Strafe von mehreren hundert Millionen rechnen.

Die Gemeinde wird von der Anwaltsfirma Leigh Day & Co. vor einem britischen Gericht vertreten. "Dies war eines der verheerendsten Öllecks die es je auf der Welt gab, trotzdem hat es kaum öffentliche Aufmerksamkeit bekommen, bevor wir uns dem Fall annahmen", erklärt Rechtsanwalt Martyn Day. Beobachter gehen davon aus, dass weitere Gemeinden nun Rechtsprozesse gegen Shell anstrengen werden.

Ein Wissenschaftlerteam des UN-Umweltprogramms UNEP hat in den vergangenen 14 Monaten die Schäden durch die Ölförderung im Ogoniland umfangreich untersucht und einen Bericht vorgelegt. In zehn Gemeinden war das Trinkwasser so verseucht, dass Gesundheitsschäden bei der Bevölkerung zu erwarten sind. In einer Gemeinde war die Konzentration von krebserregendem Benzol 900-fach höher als die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerte. An vielen Stellen sei der Boden oder das Grundwasser verseucht, obwohl an der Oberfläche von der Zerstörung nichts zu sehen ist.

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Quelle   KLIMARETTER.INFO | Hanno Böck 2011