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16.08.2011

Mehr als nur ein Passivhaus am Berg

Sicherung der alpinen Trinkwasserreserven durch neuste Abwasserentsorgungskonzepte auf Berghütten.

Im Zuge der Neuerrichtung des Dobratsch Gipfelhauses des Österreichschen Alpenvereins, Sektion Villach, wurde auch die Wasserver- und die Abwasserentsorgung dem Stand der Technik entsprechend neu errichtet. Es wurden dafür Lösungen entwickelt, die den sehr hohen Anforderungen des Gewässerschutzes entsprechen und dabei aber im Betrieb keine allzu hohen Aufwendungen verursachen.

„Mein Anliegen ist es, dass die nachhaltige Ressourcennutzung und der Gewässerschutz auch in besonders sensiblen Lagen, wie etwa am Dobratsch im alpinen Karstgebiet, sichergestellt sind. Durch die Errichtung der Infrastruktur nach neusten Standards wird die österreichische Bergwelt für die Bevölkerung erlebbar gemacht gleichzeitig werden unsere Trinkwasserreserven weiterhin langfristig vor Beeinträchtigungen geschützt. Daher fördert das Lebensministerium besonders auch die Errichtung von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen auf Berghütten und in ähnlichen Extremlagen. Von den gesamten Investitionskosten in der Höhe von 462.000 Euro übernahm das Lebensministerium einen Anteil von 136.000 Euro“, betont Umweltminister Niki Berlakovich.

„Mit dem von Anfang bis Ende ökologisch klug durchdachten Projekt konnte unserem Naturjuwel Dobratsch noch ein zusätzliches Glanzstück hinzugefügt werden. Durch vernünftige Ressourcennutzung können wir heute bereits sicherstellen, dass unsere intakte Umwelt für unsere Kinder und Kindeskinder auch weiterhin noch erfahrbar sein wird“, hebt Landesrätin Prettner hervor. Dabei sei vor allem in Kärnten auch ein spezielles Augenmerk auf die Bergwelt wichtig, die nicht nur Lebensraum für Pflanzen- und Tierwelt ist, sondern vor allem auch den Kärntnerinnen und Kärntnern und den Gästen von auswärts als Naturschönheit weiterhin unbeeinträchtigt zugänglich bleiben soll.

Besondere Anforderungen werden an die Abwasserentsorgung gestellt. Die Hütte liegt im Trinkwasserschongebiet am Dobratsch, dieser Karstgebirgsstock bildet das Einzugsgebiet der wichtigsten Trinkwasserquellen der Stadt Villach. Die Verwendung von Festbettverfahren für die Abwasserreinigung, wie es das gegenständliche Tropfkörpersystem darstellt, bietet sich für einen Einsatz auf Schutzhütten besonders an. Nach der mechanischen Reinigung in Absetzbecken und der vollbiologischen Reinigung im Tropfkörperverfahren wird das Abwasser über eine UV-Anlage geleitet, wodurch Badewasserqualität erreicht wird. Das gereinigte Abwasser wird nach Süden über die Felswand Richtung Nötsch verrieselt, somit wird das Trinkwasserschongebiet nicht mehr berührt.

Durch ihre Lage am Berggipfel eines Karststockes in 2.143 m Seehöhe steht für das Gipfelhaus selbst keine Trinkwasserquelle in erreichbarer Entfernung zur Verfügung. Zur Wasserversorgung wird Regenwasser über die Dachflächen gesammelt, in Edelstahltanks gespeichert und über Filter und eine UV-Desinfektionsanlage aufbereitet. Mittels Drucksteigerungsanlage wird sodann die Hütte versorgt. Trotz des überaus großen BesucherInnenzustroms zum neuen Haus mit bis zu 800 BesucherInnen pro Tag wird durch Wasser sparende Installationen, wie z.B. Vakuumtoilettenanlagen ein täglicher Wasserbedarf von 3.000 l nur selten überschritten.

Der ökologische Gedanke zieht sich durch das gesamte Konzept des neu errichteten Gipfelhauses. Das Gebäude ist insgesamt auf eine optimale Ökologiebilanz ausgerichtet und nutzt die energetischen Ressourcen am Standort optimal. Die gesamte Südfassade ist als Solarfassade ausgeführt. Die beiden Obergeschosse sind im Passivhausstandard ausgeführt und werden über eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kontrolliert be- und entlüftet. Das Gebäuder erzeugt damit als Plusenergiehaus mehr Energie als verbraucht wird.

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Quelle   Lebensministerium Österreich 2011