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16.08.2011

Die Batterie in Elektrofahrzeugen - Wechseln statt Laden

Trotz großer technischer Herausforderungen sehen Mobilitätsexperten die batterieelektrischen Fahrzeuge auf der Gewinnerseite.

Mit einem Wechselkonzept könnte das Nachladen fast so einfach wie Tanken sein. Taxikunden bevorzugen heute schon die elektrische Variante, so das Ergebnis eines Pilotversuchs in Japan.

Der führende Energiespeicher für Fahrzeuge wird im Jahr 2030 die Batterie sein. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage unter über 100 Besuchern der Netzwerk- und Informationsveranstaltung e-Monday. Auf Platz 2 liegen Plug-in-Hybridfahrzeuge.

Ein Ergebnis, das auch Rolf Schumann unterstreicht. „Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen muss beendet werden, da sie langfristig nicht mehr bezahlbar sind“, sagt der Country Engagement Principal Deutschland von Better Place. „Um Mobilität zu gewährleisten, brauchen wir zukunftsorientierte Technik.“

Das Unternehmen will den Aktionsradius elektrisch betriebener Autos verbessern, indem das es mit dem großflächigen Aufbau einer Batteriewechsel-Infrastruktur leeren Akkus den Schrecken nimmt. „Ziel ist ein System, das den gleichen Komfort zum mind. gleichen Preis bietet, wie ein Auto mit Verbrennungsmotor, nur auf elektrischer Basis“, sagte Schumann Anfang August bei seinem e-Monday-Vortrag.

Statt Lade- und somit stundenlange Wartezeit in Kauf zu nehmen, kann ein Fahrer seine Batterie gegen eine geladene auswechseln lassen und nach fünf Minuten seine Fahrt fortsetzen – ähnlich schnell, wie er heute ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor auftankt. Die Batterie muss dazu im Auto zwischen den Achsen sitzen und wird von unten ausgetauscht. Der Fahrer fährt zum Batteriewechsel in eine Station, wo eine Anlage den Austausch automatisch vornimmt.

„Die Autos sind mit einen Fahrerassistenzsystem ausgestattet und verfügen über ein Lademanagement, das den Fahrer über Akkustand und nächstgelegene Batteriewechselstationen informiert“, beschreibt Schumann die Vision. Die Wechsel- und Ladestationen können an privaten, semi-öffentlichen und öffentlichen Orten installiert werden. Für längere Fahrten wäre das eine praktikable Lösung, um an einem Tag deutlich mehr als 150 Kilometer mit wenig Zeitverlust zurückzulegen.

Um ein solches System zu etablieren, kümmert sich Better Place in Zusammenarbeit mit den Autoherstellern um die Batterien, das Laden und die Infrastruktur. Wenn das „Nachladen“ so unkompliziert verläuft und überall möglich ist, kommen Elektromobilisten auch mit kleineren Batterien und damit weniger Gewicht – also effizienter – durchs Land.

Better Place sieht sich dabei nicht als reines Batteriewechsel-Unternehmen, sondern als Mobilitätsdienstleister, der Strom und Batterien in großen Mengen zur Verfügung stellt, um Skaleneffekte zu erwirtschaften und die Auslastung besser zu verteilen.

In einem dreimonatigen Pilotversuch mit Tokios größtem Taxiunternehmen Nihon Kotsu hat Better Place gezeigt, dass das Konzept funktioniert und Elektromobilität auch beim Kunden ankommt. Mehr als 87 Prozent der Fahrgäste bevorzugten das elektrische Taxi. Weitere Pilotversuche laufen in Dänemark und Australien.

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Quelle   e-Monday 2011