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22.01.2014

Ein neues Gleichgewicht für die europäische Energieversorgung

Schon seit langer Zeit ist der europäische Energiesektor bestrebt Strom zu produzieren, der CO2 –arm, erschwinglich, sauber und zugleich zuverlässig ist. Doch nie zuvor waren die finanziellen, infrastrukturellen und strategische Herausforderungen, dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen, so deutlich sichtbar wie heute. Die europäische Energiebranche befindet sich im Wandel. Ein Grund dafür ist, dass die Integration der erneuerbaren Energien immer schneller voranschreitet. Von Nigel Blackaby, Konferenzdirektor POWER-GEN Europe

Dabei hat sich die Debatte, ob regenerative Energien eine wichtige Rolle in der zukünftigen Energieversorgung spielen werden, im Laufe der vergangenen zwei Jahre deutlich verändert: Die Frage lautet nicht mehr, ob diese eine zentrale Rolle spielen, sondern wie der Weg dorthin aussieht. Bislang ist es daher fraglich, ob eine Branche, die traditionell sehr stark durch eine Energieversorgung mit Kohle, Gas und Kernkraft geprägt war, sich an den Wandel anpassen kann.

Der Anteil der Energie, die aus erneuerbaren Energiequellen oder aus CO2-armen Technologien stammt, wird zunehmen. Doch die Integration dieser in die europäischen Stromnetze gestaltet sich bislang schwierig - nicht zuletzt aufgrund hoher finanzieller und technischer Herausforderungen. Überdies wird in vielen europäischen Ländern heute mehr Kohle verbraucht als in den vergangenen Jahren, was vor allem an den niedrigen Kohlepreisen liegt, die gegenüber den Gaspreisen deutlich gesunken sind. Des Weiteren hat der Zusammenbruch des EU-Emissionshandelssystems dazu geführt, dass einige Länder stärker auf ältere, weniger umweltfreundliche und weniger effiziente Kohlekraftwerke setzen. Es ist daher aktuell unklar, wie es Europa gelingen soll, die selbstgesetzten CO2 –Ziele zu erreichen und dabei gleichzeitig die Strompreise für die Industrie und den Endverbraucher erschwinglich zu gestalten. Alle Indikatoren deuten deshalb darauf hin, dass sich die Situation vorerst verschlimmern wird, bevor sie sich wieder entspannt.

Deutschland als MikrokosmosIn Deutschland zeigt sich besonders deutlich, wie groß und komplex die bereits angesprochenen Herausforderungen sind. Denn durch die „Energiewende“ steht dort der Balanceakt, den die europäische Energiewirtschaft zu bewältigen hat, bereits im Mittelpunkt der ökonomischen und politischen Diskussion. Auf der einen Seite fordern die Verbraucher eine saubere und gleichzeitig erschwingliche Energie und Politiker streben nach einer zuverlässigen Versorgung sowie einem Elektrizitätsbinnenmarkt. Auf der anderen Seite geraten durch die Zunahme der erneuerbaren Energien die Margen der etablierten Versorger stark unter Druck. Der in Deutschland beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie sowie der entsprechende Boom bei den erneuerbaren Energien haben die Abhängigkeit von den großen Versorgern stark gemindert. Dies hat zur Folge, dass bei einigen Unternehmen der Gewinn seit 2008 um mehr als die Hälfte geschrumpft ist. Zahlreiche große Versorger sind daher nicht ohne weiteres in der Lage Infrastrukturinvestitionen zu tätigen, die notwendig wären, um Strom von Offshore-Windkraftanlagen aus dem Norden in den industriestarken Süden zu transportieren. Zudem schrumpft die Abhängigkeit von den „Energieriesen“, da in Deutschland kommunale Versorgungsunternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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Quelle   Nigel Blackaby, Konferenzdirektor POWER-GEN Europe 2014HFN Kommunikation GmbH 2014Aspectus PR, London 2014