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30.08.2011

Entmündigung durch die Ideologie des Finanzkapitalismus beenden

Das Präsidiumsmitglied des DNR, Michael Müller, hat soeben eine Demokratisierung der Debatte über den Finanzkapitalismus gefordert.

"Es geht um die Interessen der Menschen und nicht um anonyme Märkte, hinter denen zuerst die Interessen flotter Geldhändler stecken, die ihre Büros vornehmlich in New York oder London haben. Die Zivilgesellschaft darf sich nicht immer weiter entmachten lassen." Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete im Finanzausschuss Hans Dichgans hat Recht mit seiner Aussage, dass die Festsetzung der Steuersätze nicht den Millionären überlassen werden darf. Übertragen gilt das auch für den Finanzkapitalismus".

Seit zwanzig Jahren wird nach Auffassung des DNR, die Botschaft des Finanzkapitalismus vertreten. Es vergeht keine Nachrichtensendung in Radio oder Fernsehen, wo der Börse und der "Verunsicherung der Märkte" nicht breiten Raum eingeräumt wird. Dabei spielt die Börse für die Realwirtschaft nur eine geringe Bedeutung. Sie ist das Feld der Erwartungen und der Arbitragewirtschaft, die schnelle Gewinne verspricht, aber die Substanz auszehrt, so der DNR.

Die DNR-Vertreter führten weiter an, dass den großen Problemen unserer Zeit wie dem Klimawandel, der Verarmung oder der Arbeitslosigkeit immer weniger Raum eingeräumt und die kritischen Magazine zeitlich gekürzt werden. Stattdessen erklären uns Banker, Brooker und Börsenanalysten die Welt durch ihre Finanzbrille.Ihre Ratschläge haben mit zur globalen Finanzkrise beigetragen, so der DNR.

DNR-Präsidiumsmitglied Sebastian Schönauer forderte, dass nicht nur kritisch über Börsenkurse, sondern über die dahinter stehenden Zusammenhänge und Ursachen geredet wird. Der Finanzkapitalismus ist nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis einer fragwürdigen Ideologie und einer grenzenlosen Finanzgier. "Die Berichterstattung muss sich fragen lassen, warum sie nicht zum Beispiel offensiv für eine Finanztransaktionssteuer eintritt. Sie bleibt in einem System, das die Welt in eine tiefe Krise gestürzt hat."

Der DNR forderte, dass die Radio- und Fernsehanstalten viel mehr Raum geben für eine kritische Bewertung von Finanzkapitalismus und Neoliberalismus. So könne die Börse vor Acht einmal in der Woche gesendet werden, an den anderen Tagen sollte über die wirklichen Herausforderungen, wie dem Thema Klimawandel berichtet werden.

Natürlich ist es nach Meinung des DNR keine Frage, dass unsere Zeit Aufklärung und Informationen braucht, auch über das Börsengeschehen. Aber es darf nicht sein, dass eine In-Gruppe konkurrenzlos eine Meinungsführerschaft bekommt und die Gesellschaft nur in eine, zudem höchst fragwürdige Richtung lenkt, die nicht einmal ökonomisch gerechtfertigt ist, so der DNR.

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Quelle   Deutscher Naturschutzring (DNR) e.V. 2011