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14.09.2011

Erneuerbarer Strom wird speicherbar

Die Bundesnetzagentur hat ausgerechnet, dass 2010 über 74 Millionen Kilowattstunden Windstrom verloren gingen.

Wegen Überlastung der Netze müssen bei Starkwind oft viele Windräder zwangsweise abgeschaltet werden. Im Norden von Schleswig-Holstein mussten dadurch einzelne Betreiber auf ein Viertel ihrer möglichen Windstrom-Erträge verzichten. Aber laut Paragraf 12 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes mussten dafür sechs Millionen Euro Entschädigung bezahlt werden.

Es fehlen also noch Stromspeicher für die Zeiten, an denen der Wind sehr stark weht oder die Sonne kräftig scheint und so viel Solarstrom produziert, dass er die Netze überfordert. Vor allem in Bayern kommt das zu Mittagszeiten an Sommertagen bereits oft vor.

Stephan Rieke von der Solar Fuel Technology hat die Lösung: „Deutschlands größter Speicher ist das Erdgasnetz“.

Bisher wurde Erdgas in der Turbine eines Kraftwerks verfeuert, um über einen Generator Strom zu erzeugen. Künftig soll aus Überschuss-Windstrom und aus Überschuss-Solarstrom speicherbares Gas produziert werden. Die Umwandlung von überschüssigem Ökostrom in Gas kann das Speicherproblem lösen.

Beim Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung in Baden-Württemberg (ZSW) läuft bereits eine Versuchsanlage erfolgreich.

Ulrich Zuberbühler vom ZSW beschreibt den Vorteil: Bei diesem Elektrolyse-Prozess wird zuerst Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Danach reagiert der Wasserstoff mit Kohlendioxid zu reinem Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas.

Eine zweite größere Versuchsanlage ist bereits im Bau. Ulrich Zuberbühler: „Ein wichtiger Vorteil liegt in der Austauschbarkeit zwischen den Märkten für Strom, Wärmeerzeugung und Mobilität.“ Dieses Ökogas ist also eine Mehrzweckwaffe.

Die neue Speichermöglichkeit von Wind- und Sonnenstrom könnte ein Meilenstein auf dem Weg zu 100% erneuerbar werden.

Inzwischen will die Bundesregierung bis 2020 bereits 39% Ökostrom. Mit der neuen Umwandlungsmöglichkeit kann Deutschland über etwa zwei Monate regenerativ versorgt werden, schätzen Fachleute.

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Quelle   Sonnenseite 2011