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21.09.2011

SolarWorld-Chef Asbeck fordert im 'Capital'-Interview Sanktionen gegen chinesische Dumping-Anbieter

Asbeck sieht die neuen Wettbewerber aus Südkorea und Taiwan auf dem Vormarsch. Zu viele deutsche Hersteller hätten sich in der Vergangenheit nur auf staatliche Anreize verlassen.

Der Vorstandsvorsitzende der SolarWorld AG, Frank H. Asbeck, ruft die Wettbewerbspolitik zum Handeln gegen chinesische Dumping-Anbieter auf. In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 10/2011, EVT 22. September) erklärte Asbeck: "In unserer Branche gibt es keinen fairen Wettbewerb. Die Chinesen haben einen Industriekrieg begonnen. Zentralstaat und Provinzen haben Solarunternehmen allein 2011 Kreditzusagen über 21 Milliarden Euro gegeben, zu Zinsen von unter zwei Prozent".

Mit diesem Geld würden die Konzerne in China "massiv Kapazitäten ausbauen und ihre Produkte zu Dumping-Preisen von teilweise bis zu 30 Prozent unter den Herstellungskosten anbieten". Deutschland müsse sich fragen, ob man diese Industrie, in der das Land ganz weit vorne liege, komplett nach China abgeben will. "Man kann doch ermitteln, wo die Kosten eines Herstellers liegen. Und wenn der versucht, riesige Mengen zu Niedrigpreisen anzubieten, um eine ganze Industrie zu zerstören, muss die Wettbewerbspolitik eingreifen", sagte Asbeck gegenüber 'Capital'.

Allerdings sieht Asbeck noch ganz andere Gefahren für den deutschen Solar-Standort als die Chinesen: " Da werden ganz andere kommen, etwa Samsung aus Südkorea und Foxconn aus Taiwan. Für die Elektronik-Riesen wird der Fotovoltaik-Markt jetzt richtig interessant. Zurzeit ist er 40 Milliarden Dollar schwer, bis 2020 wird er sich verfünffachen."

Der SolarWorld-Chef hat erhebliche Zweifel, ob die deutschen Anbieter diesem Wettbewerb gewachsen sind: "Einige Unternehmen haben vielleicht verkannt, dass es internationalen Wettbewerb gibt. Sie haben sich nur auf staatliche Anreize verlassen."

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Quelle   Christian Baulig, Chefredaktion "Capital" 2011