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22.09.2011

Exklusive TÜV Rheinland-Studie: Inder und Chinesen stehen auf "Stromer"

Kaufbereitschaft gegenüber Elektroautos in Deutschland und den USA nur Mittelmaß -Toyota genießt höchste "Elektro-Kompetenz".

Die Akzeptanz von Elektroautos nimmt weltweit zu: 92 Prozent der Inder, 88 Prozent der Chinesen und 85 Prozent der Italiener signalisieren ihre Bereitschaft zum Kauf eines Elektroautos in den nächsten fünf Jahren. Die Deutschen (57 Prozent) rangieren gemeinsam mit den USA im unteren Mittelfeld. Das ist ein Ergebnis der ersten repräsentativen internationalen Bevölkerungsbefragung zum Thema Elektromobilität, die TÜV Rheinland exklusiv auf der 64. Internationalen Automobil-Ausstellung 2011 vorgestellt hat.

"Zum ersten Mal überhaupt wurden Autofahrer weltweit zum Elektroauto befragt. Die Ergebnisse sind so überraschend wie sensationell. Praktisch jeder indische und chinesische Autofahrer will sich in den nächsten fünf Jahren für ein Elektroauto entscheiden. Das alleine wird die Marktverhältnisse vollkommen verändern", erklärte Dr. Thomas Aubel, Executive Vice President Mobility von TÜV Rheinland.

Für die repräsentative Studie wurden Autofahrer in zwölf bedeutenden Märkten weltweit befragt: China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Indien, Israel, Italien, Japan, Portugal, Spanien, Großbritannien und USA. Interessant sind die interkulturellen Unterschiede: "Unsere Fachleute fanden unter anderem heraus, dass die Befragten in Deutschland, Frankreich und den USA in den nächsten fünf Jahren ein Elektroauto eher als Zweitwagen anschaffen wollen, in den anderen neun Ländern geht der Trend hingegen zum Kauf als Erstfahrzeug", erklärte Dr. Thomas Aubel.

Toyota beim Markenbewusstsein und potenziellen Käufern auf Platz 1

Bei der Frage, welche Autohersteller Verbraucher am ehesten mit Elektromobilität in Verbindung bringen, platzierte sich Toyota klar auf Platz eins. Auch beim Kauf eines Elektroautos würden sich die meisten Studienteilnehmer in den zwölf Ländern für Toyota (34 Prozent) entscheiden. Es folgen Honda (17,2 Prozent), Volkswagen (15,9 Prozent), Nissan (14,6 Prozent), Ford (11,7 Prozent), Renault (11,5 Prozent), Peugeot (10,7 Prozent), Audi (9,4 Prozent), BMW (9,1 Prozent) und Opel (7,4 Prozent).

Nationale Märkte zeigen ein anderes Bild: "Die potenziellen deutschen Käufer favorisieren deutlich Volkswagen mit 36 Prozent vor Toyota mit 26 Prozent", berichtete Dr. Thomas Aubel. Danach kommen BMW, Mercedes-Benz, Audi und Opel. Die Franzosen bevorzugen Renault (33 Prozent) vor Toyota, Peugeot, Citroën, Nissan und VW.

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Nach Ansicht aller Befragten haben Japan (53 Prozent) und Deutschland (42 Prozent) den höchsten technologischen Entwicklungsstand in Sachen Elektromobilität.

Die TÜV Rheinland-Experten fanden auch heraus, dass die globale Mehrheit für staatliche Starthilfen bei der Einführung von Elektroautos plädiert. An erster Stelle stehen dabei Nachlässe auf den Kaufpreis. Entwicklungszuschüsse für Automobilhersteller und Steuergutschriften sind weniger beliebt. Weltweit eindeutig ist auch das Votum für Strom aus erneuerbaren Ressourcen. Hier steht Italien mit 95 Prozent an der Spitze vor Indien, Portugal, China, Spanien, Israel, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Dänemark, den USA und Japan.

Hauptanreiz für den Kauf eines Elektroautos sind in den meisten Ländern Kostenersparnisse. Nur in Deutschland steht der Umweltgedanke an erster Stelle, während in Italien, Indien und China sowohl Öko-Aspekte als auch Kostenfaktoren eine Rolle spielen. Als größtes Kaufhemmnis führen Deutsche, Franzosen und Chinesen die begrenzte Reichweite von E-Mobilen an. Für Japaner, Amerikaner, Dänen, Portugiesen, Israelis, Spanier, Italiener stellt der hohe Kaufpreis die höchste Hürde dar. Briten und Inder monieren die geringe Verfügbarkeit von Ladestationen. Allein die Inder schrecken zudem Sicherheitsbedenken vom Kauf ab.

Befürworter, Unentschlossene und Gegner

"Als Fazit der TÜV Rheinland-Studie lassen sich vier Gruppen von Fahrern mit unterschiedlichen Einstellungen zum Elektroauto festmachen: die uneingeschränkten Befürworter, die Unentschlossenen mit geringen Vorbehalten, die Unentschlossenen mit Vorbehalten sowie die Gegner", resümierte Dr. Aubel. Die meisten Befürworter kommen aus Indien, China und Italien. Sie zeichnen sich unter anderem durch das passende Fahrprofil, einen hohen Informationsstand, Umweltbewusstsein und geringe Preissensibilität aus. Die Unentschlossenen mit geringen Vorbehalten finden sich in Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich. Sie haben einen mittleren Informationsstand und besitzen ein leichtes Umweltbewusstsein.

Die Unentschlossenen mit Vorbehalten kommen hauptsächlich aus Portugal, Israel und den USA. Sie sind kaum umweltbewusst, haben Sicherheitsbedenken und auch einen eher mittelmäßigen Informationsstand. Aus Dänemark und Japan kommen die meisten Gegner der Hochvolt-Technologie. Ihr Fahrverhalten ist kaum kompatibel mit den Eigenschaften eines Elektroautos. Außerdem gehören zu ihrem Profil Sicherheitsbedenken und nur ein geringes Umweltbewusstsein.

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Quelle   TÜV RHEINLAND AG 2011