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29.09.2011

Glyphosat - ein Pestizid im Fadenkreuz

Die auch unter dem Handelsnamen Roundup vermarkteten Präparate töten nahezu jedes pflanzliche Leben ab.

Dies gilt auch für angebaute Kulturpflanzen - es sei denn diese sind mit gentechnischen Methoden mit einer Resistenz gegen Glyphosat ausgestattet worden. Genau diese Eigenschaft ist die dominierende bei den zurzeit angebauten Gen-Pflanzen, vor allem in Amerika und bei Soja. Den wachsenden Anbauflächen von Gen-Soja folgend sind auch die Aufwandmengen von Glyphosat stark gestiegen.

Eingesetzt wird das Mittel aber nicht nur im Zusammenhang mit Gentechnik: Es kann immer dann benutzt werden, wenn alles pflanzliche Leben vernichtet werden soll. Dies ist auch in Europa populär, etwa um im sogenannten Vorauflauf den Acker unkrautfrei zu machen, also bevor die Nutzpflanze wächst. Auch dem Hobbygärtner werden Glyphosat-haltige Produkte bekannt sein: sie finden sich in jedem Bau- und Gartenmarkt und werden eifrig beworben.

Dem Siegeszug des Wundermittels lag die Einschätzung zugrunde, Glyphosat sei in ökologischer und gesundheitlicher Hinsicht unbedenklich. Diese Sicht wird in letzter Zeit mehr und mehr in Zweifel gezogen. Neue Studien geben Hinweise auf erbgutschädigende Wirkungen von Glyphosat. In Versuchen sind Geburtsfehler und Missbildungen festgestellt worden. Diese werden auch bei Menschen in Südamerika beobachtet - ohne dass bisher ein Zusammenhang mit Glyphosat hergestellt worden wäre.

Glyphosat richtet darüber hinaus Schäden im Agrarökosystem an. Dem Verlust an totgespritzten Wildkräutern folgt eine reduzierte Artenvielfalt entlang der Nahrungskette - bis hin zu Säugetieren und Vögeln. Die biochemischen Eigenschaften von Glyphosat machen Pflanzen krankheitsanfälliger und reduzieren die Verfügbarkeit von Nährstoffen. In der Folge sind erhöhter Pestizideinsatz und Düngung erforderlich. Auch der Herbizideinsatz steigt auf mittlere Sicht: Immer mehr Unkräuter werden auf natürliche Weise resistent gegen Glyphosat und müssen mit anderen Spritzmitteln beseitigt werden - oder von Hand.

Die neuen Erkenntnisse werden in Europa bisher ignoriert. Dabei wäre eine Neubewertung von Glyphosat dringend angebracht. Schlimmer noch: es drohen Anbauzulassungen für Glyphosat-resistente Gen-Pflanzen - in der Folge könnte auch hierzulande der Einsatz des gefährlichen Spritzmittels deutlich zunehmen.

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Quelle   Greenpeace e. V. | Dirk Zimmermann 2011