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30.09.2011

Deutscher Wärmemarkt: Anteil rückläufig

Nachfrage im Bereich effizienter Heizungen weiterhin niedrig.

Der deutsche Markt für effiziente Heizungen mit erneuerbaren Energien und effiziente Klima- und Lüftungstechnik wird in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 25 Prozent unter dem Stand des Jahres 2000 liegen, wie eine Marktstatistik des Bundesindustrieverbandes Deutschland, Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). Mit rund 377.000 Wärmeerzeugern lag die Nachfrage im Bereich der effizienten Heizungen in den ersten acht Monaten dieses Jahres nur knapp über dem niedrigen Niveau des Jahres 2010.

Zahlreiche Energieeinsparungsmöglichkeiten

Der BDH nennt als Hauptgründe für den Rückgang die volatilen Energiepreise, eine unstete Förderung sowie die zu starke Konzentration der Energie- und Umweltpolitik auf das Thema Strom. "Die öffentliche Meinung ist derzeit aufgrund der Diskussion um die Energiewende - Stichwort Atomausstieg - zu sehr auf das Thema Strom fokussiert", so Ralf Kiryk, Abteilungsleiter beim BDH.

40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs entfallen auf den Wärmemarkt. Unter Berücksichtigung der Klimatisierung und Lüftung sowie der Prozesswärme entfallen auf den größten Energieverbrauchs-sektor Deutschlands sogar 50 Prozent. Die hier schlummernden Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale liegen laut BDH jedoch brach. Über ein Fünftel des deutschen Energieverbrauchs könnte durch konsequente Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien eingespart werden.

Länder befürchten Steuerausfälle

Der Verband fordert einen energie- und umweltpolitischen Kurswechsel, der durch die Optimierung der ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen und eine verstetigte und attraktive Förderpolitik den erforderlichen Schub im Wärmemarkt bringen soll. "Wir verlangen eine Förderung ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz", betont Kiryk.

Kein Verständnis zeigt der BDH für die Blockadehaltung der Bundesländer gegen die Ausweitung der Förderinstrumente um eine Steuerab-schreibung für energetische Modernisierungen. "Die Länder befürchten Steuerausfälle", so Kiryk. "Steuerabschreibungen für energetische Modernisierungen im Gebäudebestand generieren keine verlorenen Zuschüsse. Im Gegenteil, sie resultieren in zusätzlicher Wertschöpfung bei gleichzeitiger Sicherung der Arbeitsplätze im Handwerk und in der deutschen Industrie", ergänzt BDH-Präsident Klaus Jesse.

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Quelle   pressetext 2011Dieter N. Unrath 2011