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12.10.2011

Deutsche Energiewende kein Vorbild

Die Deutsche Energiewende sei kein Vorbild für die Welt, vermeldet der Weltenergierat - Deutschland nach einer Befragung von Experten aus 21 Ländern.

Keiner der Befragten hält es derzeit für möglich, dass Deutschland alle seine Energiewendeziele erreichen kann. Vor allem fürchten die Experten - darunter auch Vertreter aus 14 europäischen Staaten - um die europäische Versorgungssicherheit. Überwiegend gehen sie von steigenden Energiepreisen für ihr Land durch den deutschen Weg aus.

Zudem erwarten rund drei Viertel der Befragten eine Abschwächung der deutschen Wirtschaftskraft bis 2020. Die Experten können sich deshalb für ihre jeweiligen Länder lediglich die Nachahmung einzelner Elemente des deutschen Politikansatzes vorstellen, wie etwa den Ausbau der erneuerbaren Energien.

"International stehen Experten der Energiewende in Deutschland eher skeptisch gegenüber", sagte Jürgen Stotz, Präsident des Weltenergierates Deutschland. "Umso wichtiger ist es deshalb, das Projekt zügig und effizient anzugehen, damit sich erste Erfolge einstellen und wir andere so überzeugen." Man müsse hieran gemeinsam arbeiten, um zu verhindern, dass Deutschland sich international isoliere, so Stotz weiter. Ergänzend schlägt er vor, regelmäßig zu überprüfen, ob die Ziele der Energiewende auch tatsächlich erreicht würden.

Bei der Frage danach, ob Deutschland sein angestrebtes Emissionsminderungsziel für 2020 erreichen werde, waren sich die Experten nicht einig: Die eine Hälfte hält dies für möglich, die andere dagegen nicht.

Der Weltenergierat - Deutschland setzt sich aus Wissenschaftlern, Vertretern aus der Verwaltung, Unternehmensvertretern der Energiewirtschaft sowie einigen Einzelpersönlichkeiten zusammen. Die Einrichtung ist für Deutschland Mitglied im World Energy Council (WEC) und soll dessen Arbeitsergebnisse im Land verbreiten.

Der Weltenergierat arbeitet nach eigenen Angaben "energieträgerübergreifend". Er wurde bereits 1923 gegründet und ist in nahezu einhundert Ländern aktiv. Er verbreitet und erarbeitet Studien und Empfehlungen für eine "nachhaltige Energieversorgung mit dem größten Nutzen für die Menschheit".

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Quelle   KLIMARETTER.INFO | em 2011World Energy Council 2011