Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

21.04.2014

IRENA: Stromkosten kleiner Windanlagen sind konkurrenzfähig

Die weltweit zunehmende Verbreitung Erneuerbarer Energien hat eine zentrale Ursache: Die steigende Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit zu konventionellen Energietechnologien. Die International Renewable Energy Agency (IRENA) untersucht im Rahmen eines langfristigen Programms die Kosten einzelner Erneuerbarer Energien, darunter auch kleine Windturbinen. Von Patrick Jüttemann

Erneuerbare Energien sind weltweit auf dem Vormarsch, weil sie immer günstiger werden. Solarenergie und Windenergie sind kostenfreie Energiequellen, die vor Ort zur Umwandlung in Strom, Wärme oder Mobilität zur Verfügung stehen. Die aktuelle und teils verzerrte Berichterstattung in Deutschland über den angeblichen Kostentreiber Erneuerbare Energien kann nicht darüber hinwegtäuschen: Fossile Heiz- und Kraftwerkstechnik werden immer öfter die teurere Alternative sein. Das Kostenargument spricht immer häufiger für Erneuerbare Energien.

IRENA-Programm: Analyse der Kosten Erneuerbarer Energien

Die IRENA hat ein langfristiges Programm zur Kostenanalyse Erneuerbarer Energien initiiert. Durch eine transparente und fachlich fundierte Analyse will die IRENA einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über Erneuerbare Energien leisten. Die IRENA etabliert sich damit als zentraler Kompetenzträger zum Thema Kosten und Wirtschaftlichkeit Erneuerbarer Energien.

Der maßgebliche Parameter für die Wirtschaftlichkeit von Strom aus Erneuerbaren Energien sind die Levelized Cost of Electricity (LCOE). Auf Deutsch spricht man von den Stromgestehungskosten d.h. den Kosten pro Kilowattstunde Strom einer Kraftwerkstechnologie. Verschiedene Stromerzeuger werden miteinander verglichen, die wirtschaftlichste Technologie hat die niedrigsten Gestehungskosten.

Um das Programm auf eine möglichst breite Basis zu stellen, wurde eine Datenbank mit zahlreichen Erneuerbare-Energie-Projekten aufgebaut, die IRENA Renewable Cost Database.

Die Datenbank umfasst zurzeit rund 9.000 gewerbliche Projekte mit Erneuerbaren Energien und wird ständig erweitert. Die Projektdaten wurden von Unternehmen und Organisationen bereitgestellt, die sich zur Renewable Costing Alliance der IRENA zusammengeschlossen haben.

Die Daten stammen aus verschiedenen Regionen weltweit. Eine geographische Streuung der Projekte auf Basis unterschiedlicher Standorte ist wichtig, da die Ressourcen an Erneuerbaren Energien stark von der Lage abhängen.

Beispiel Pazifik-Inseln: Kleinwindanlagen wirtschaftlicher als Dieselgeneratoren

Als ein Beispiel erwähnt die IRENA die Stromversorgung von Inselstaaten im Pazifik. Die natürlichen Voraussetzungen für den Betrieb von Kleinwindkraftanlagen sind auf Inseln in der Regel gut. Das gilt vor allem für die windstarken Küstenregionen, die gleichzeitig die Hauptsiedlungsgebiete mit den meisten Stromverbrauchern sind. Im Pazifik kommen häufig extreme Windgeschwindigkeiten vor. Nur sturmsichere und qualitativ hochwertige Kleinwindturbinen werden diesen Anforderungen gerecht.

Es werden zum einen die Stromgestehungskosten verschiedener Technologien Erneuerbarer Energien unter den natürlichen Voraussetzungen auf Pazifikinseln verglichen. Zum anderen wird ein Vergleich mit den Stromkosten von Dieselgeneratoren gezogen, die weltweit die häufigste Form der Stromerzeugung auf Inseln darstellen.

In der folgenden Grafik wird deutlich, dass sich die Stromgestehungskosten kleiner und mittelgroßer Windkraftanlagen zwischen rund 0,20 und 0,50 Cent US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh) bewegen. Das entspricht nach dem Wechselkurs vom 17.04.2014 einer Spanne von 0,14 bis 0,36 Euro pro kWh. Die durchschnittlichen Stromkosten von Dieselgeneratoren liegen dagegen höher: Zwischen 0,35 und 0,65 US-Dollar.

Die Kraftstoffpreise werden in den kommenden Jahren wahrscheinlich steigen und die Wirtschaftlichkeit zugunsten der Erneuerbaren Energien weiter verbessern. Nicht nur das Kostenargument spricht gegen Dieselgeneratoren. Aufwendig sind der Transport des Diesels vom Festland zu den Inseln und die Lagerung des Diesels vor Ort.

Weitere Informationen:

Zurück zur Übersicht

Quelle   Klein-Windkraftanlagen.com | Patrick Jüttemann 2014