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26.10.2011

Atomkraftwerke in der Türkei sind unverantwortlich

Geplantes AKW Akkuyu liegt nur 25 Kilometer neben einer Erdbebenspalte.

Anlässlich des schweren Erdbebens in der Osttürkei hat der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller seine Warnungen vor dem Bau von Atomkraftwerken im türkischen Akkuyu erneuert: "Atomkraftwerke im Erdbebenland Türkei sind allein schon aus tektonischen Gründen nicht zu verantworten. Statt um Verantwortung und Sicherheit geht es hier um machtpolitische Interessen. Die internationalen Proteste müssen dringend verstärkt werden."

Dass die Türkei schon aus tektonischen Gründen für den Bau von AKW völlig ungeeignet sei, beweise laut Müller auch das jüngste Beben in der Osttürkei mit den vielen beklagenswerten Opfern rund um die am stärksten betroffenen Stadt Ercis. Doch die türkische Regierung zeige sich nach wie vor völlig uneinsichtig und halte am Bau der Atomkraftwerke in Akkuyu fest.

Untersuchungskommission kannte Erdbebenspalte nicht

Akkuyu liegt in der Südtürkei in unmittelbarer Nähe zu einer aktiven Erdbebenzone, nur etwa 25 Kilometer entfernt vom seismischen Zentrum des sogenannten Ecemis-Grabens. Geologen wiesen seit Jahren darauf hin, dass der Standort Akkuyu hochriskant sei, erläuterte Müller. Noch im März dieses Jahres hatte auch die Ingenieurskammer der Türkei (TMMOB) darauf verwiesen, dass sich das Unbedenklichkeitsgutachten für Akkuyu auf Untersuchungsergebnisse aus den 1970er Jahren stütze. Doch die Untersuchungskommission hätte damals noch keine Erkenntnisse über die Ecemis-Erdbebenspalte gehabt, schließlich werde die Region erst seit den 1990er Jahren seismologisch beobachtet.

"Dabei ist nicht nur der Boden instabil, auch die geplante Kühlung des Reaktors mit Mittelmeerwasser ist alles andere als verantwortungsvoll", ergänzte Michael Müller und verwies auf den Super-GAU im japanischen Fukushima. "Aber die türkische Regierung verharmlost das Risiko der Atomenergie und bagatellisiert trotz aller Risiken und Proteste die Gefahren. Für das AKW Akkuyu sei ein Vergleich mit der japanischen Katastrophe völlig unangebracht, hatte die Administration in Ankara erklärt", so Müller.

Machtpolitisches Interesse Atomenergie

Müller verwies darauf, dass hier nicht um Verantwortung und Sicherheit gehe, sondern um machtpolitische Interessen: "In der Konkurrenz mit benachbarten Ländern, die meist über große Energieressourcen verfügen, setzt die energiehungrige Türkei auf die Atomenergie", so Michael Müller und rief dazu auf, die internationalen Proteste gegen das AKW Akkuyu dringend zu verstärken.

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Quelle   NaturFreunde Deutschlands | Michael Müller 2011