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02.11.2011

Versuchstierzahlen 2010 – weiter gestiegen

Die aktuell herausgegebene Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums zeigt: Die Versuchstierzahlen sind auch 2010 weiter gestiegen.

Gegenüber dem Vorjahr sind es 2,5 Prozent bzw. 69.881 Tiere mehr

Insgesamt wurden 2.856.316 Tiere in Tierversuchen verbraucht und getötet. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte kritisiert in diesem Jahr besonders den enormen Anstieg des Tiereinsatzes in der Gentechnik, der im Wesentlichen auf die nicht zweckgebundene Grundlagenforschung zurückzuführen ist.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlen der gentechnisch veränderten Tiere um knapp 115.000 auf 722.793 gestiegen. Das macht ca. ein Viertel der Gesamtzahl aus. Der Bundesverband betont, dass die Anzahl im Bereich Gentechnik noch weitaus höher sei, da lediglich die Tiere gezählt werden, bei denen die Genmanipulation gelang und die dann in weiteren Tierexperimenten eingesetzt wurden.

Die Vielzahl misslungener Versuche sowie „Vorratstiere“ bei Züchtern und Laboren werde nicht erfasst. Mehr als 97 Prozent der Tiere sind genmanipulierte Mäuse, die vor allem in der Grundlagenforschung, aber auch zur Erforschung und Entwicklung von medizinischen Produkten eingesetzt wurden.

„Die Ergebnis-Übertragung auf den Menschen ist hier besonders fragwürdig. Zu den Spezies-bedingten Unterschieden kommt noch das manipulierte Erbgut der Tiere hinzu, wodurch von den Reaktionen der Tiere, z. B. auf Medikamente, noch weniger auf die Situation im kranken Patienten geschlossen werden kann“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium nennt als einen Grund für den Anstieg den Ausbau des Forschungsstandorts Deutschland. „Fortschrittlicher, innovativer und überfällig ist vielmehr, wenn Deutschland eine Spitzenposition beim Ausbau von Ersatzverfahren zeigen würde – und das auch in der Grundlagenforschung“, so Simons weiter.

Bereits seit 1986 ist die Regierung durch EU-rechtliche Vorschriften* sowie das nationale Tierschutzgesetz verpflichtet, Ersatzmethoden zum Tierversuch zügig zu entwickeln und Tierversuche zu reduzieren. Laut Bundesverbandfehlten jedoch zielführende Konzepte für den Aufschwung von Tierversuchsersatzverfahren.  Diese werden längst auch von Wissenschaftlern, die an Alternativen forschen, eingefordert.

*RL 86/609/EWG

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Quelle   Bundesverband der Tierversuchsgegner Menschen für Tierrechte e.V. 2011