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06.11.2011

Solarenergie bringt große Hoffnungen nach Ägypten und Nordafrika

Nordafrika ist noch auf einem sehr niedrigen Niveau bezüglich der Einführung der Erneuerbaren Energien.

Das klimaschädliche Erdöl- und Erdgasgeschäft dominiert die Energieaktivitäten in Nordafrika. Die Desertec-Konferenz (DII)- und die Weltwindkonferenz diese Woche in Kairo konnten aber eine Aufbruchsstimmung erzeugen, auch im Hinblick auf den arabischen Frühling.

So gab es verschiedene Erdölfirmen auf den Konferenzen, die sich  nun auch für Investitionen in Erneuerbare Energien interessierten. Nationale, aber auch internationale Medien haben ausführlich berichtet. Auch die Teilnahme von Regierungsvertretern der nordafrikanischen Staaten auf der Desertec Konferenz ist gegenüber der letztjährigen DII-Konferenz stark gestiegen. Nach dem Umsturz in Ägypten gibt es auch nicht mehr die Atomkampagnen, die das Mubarak-Regime in Ägypten regelmäßig nach Erneuerbare Energien Konferenzen angezettelt hat.

Deutlich wurde auf der Konferenz, dass die Desertec-Industrie-Initiative (DII) einen Weg sucht, zusammen mit den nordafrikanischen Regierungen und mit der afrikanischen Bevölkerung die Solarparks zu verwirklichen. Die Kooperationswünsche standen im Vordergrund der politischen Gespräche. Zudem wurde auch klar, dass Desertec keine Strategie verfolgt, die heimische Solarstromproduktion in Deutschland und Europa zugunsten von Solarstromimport aus Nordafrika abzulösen.

So stand immer wieder das komplementäre Element der beiden Strategien im Mittelpunkt: Vorrang des dezentralen Ausbaus der Erneuerbare Energien inklusive der Solarenergie innerhalb Europas, flankiert von etwa 15 Prozent Solarstromimport nach Europa bis 2050. Mit dieser Strategie können die heimischen Erneuerbare Energien Märkte in Europa genügend Zubau in den nächsten Jahren erhalten und gleichzeitig mit importiertem Solarstrom den Weg zu 100 Prozent Erneuerbare Energien beschleunigen.

Gleichzeitig bringt der angepeilte Solarstromimport Geld und Know How in die nordafrikanischen Länder, was sie leichter in die Lage versetzt, einen eigenen Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Ablösung der fossilen Energieversorgung voranzutreiben. Dafür braucht es aber einen wirksamen gesetzlichen Rahmen, der im Einklang mit den Einspeisevergütungen den Solarinvestitionen Rentabilität ermöglicht. Hier wurde auf der Konferenz angemahnt, dass die Regierungen Europas endlich von den Absichtserklärungen  zu gesetzlich begleitenden Investitionsunterstützungen kommen müssen.

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Quelle   Hans-Josef Fell MdB 2011Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen