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08.11.2011

Lawinenverbauung solar

Im bündnerischen Prättigau in der Gemeinde Sankt Antönien am Chüenihorn will man die Lawinenverbauungsanlagen mit Solarzellen versehen.

In der Bündner Gemeinde St. Antönien wurde am Mittwoch vom Züricher Energiebüro eine Solarkraftwerk-Testanlage auf bestehenden Lawinenverbauungen realisiert. Bereits vor rund eineinhalb Jahren hatte die Gemeinde an der Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit für das innovative Photovoltaik-Projekt bewilligt.

Da der technische Anspruch an ein Solarkraftwerk auf Lawinenverbauungen besonders hoch ist, wird in einem ersten Schritt eine Testinstallation als Forschungs- und Pilotanlage gebaut.

Bestätigt sich die Praxistauglichkeit und entsprechen alle Messungen der relevanten Daten den Erwartungen, wird noch im kommenden Jahr mit der ersten Bauetappe begonnen. Bereits 2013 könnte ein Teil des Solarkraftwerks realisiert werden und der erste Solarstrom von den Lawinenverbauungen oberhalb von St. Antönien ins Netz fliessen.

Lawinenverbauungen sind für photovoltaische Solarkraftwerke der perfekte Standort. Gemäss dem Energiebüro sind die extremen klimatischen Bedingungen "für uns Ingenieure eine grosse Herausforderung und eine knifflige Aufgabe".

Im Endausbau kann das Solarkraftwerk an den bestehenden Lawinenverbauungen in St. Antönien eine Leistung von 3.5 Megawatt erreichen und rund 4’500 Megawattstunden elektrische Energie pro Jahr liefern. Damit können rund 1’200 Haushaltungen mit Strom versorgt werden, was dem grössten Teil des Prättigaus entspricht.

Dieses Solarkraftwerk-Projekt, das finanziell von der Gemeinde St. Antönien, den neu gewonnenen Kooperationspartnern Repower AG sowie sol-E Suisse AG (Tochtergesellschaft der BKW Energie AG) und dem Energiebüro getragen wird, ist für den gesamten Alpenraum wegweisend. Die Sonnen-Einstrahlung auf dieser Höhe, wo kaum Nebel herrscht, ist ähnlich hoch wie etwa in Süditalien. Dank der Kälte ist der Solarertrag aber viel höher, der Schnee sorgt im Winter für zusätzliche Reflexion.

Die Einspeisung des Solarstroms in das öffentliche Stromnetz ist bei der bestehenden Trafostation St. Antönien-Aschüel vorgesehen. Alle Stromleitungen von und zu den Transformatoren des Solarkraftwerks sowie vom Solarkraftwerk zur Trafostation werden unterirdisch geführt. Die Leitungen sind somit nicht durch Lawinen oder Tiere gefährdet und ändern das Landschaftsbild nicht.

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Quelle   SOLARMEDIA 2011SF Tagesschau | energiebüro