Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

17.11.2011

UN-Sonderbericht Extremwetter: Bis zu 50 Grad im Jahr 2100 möglich

Klimaforscher Latif über den UN-Bericht zu extremen Wetterlagen und Zukunftsszenerien für Deutschland im Deutschlandradio.

Vor dem Hintergrund eines neuen UN-Berichts zu extremen Wetterlagen warnt das Leibniz Institut für Meereswissenschaften der Universität Kiel vor extremer Dürre und furchtbarer Hitze in Deutschland.

Der Klimaforscher Mojib Latif sagte, bei einer im Bericht als möglich vorhergesagten Erwärmung um vier bis fünf Grad bis zum Jahr 2100 seien im Süden und Osten Deutschlands Tagestemperaturen von fast 50 Grad möglich. Davon seien zuerst schwache, alte und kranke Menschen betroffen.

Eine solche Temperatur sei aber auch eine "gigantische Herausforderung" für die Infrastruktur: Wenn es sehr lange trocken und heiß sei, führten die Flüsse irgendwann kein Wasser mehr, als Konsequenz könnten Kraftwerke nicht mehr gekühlt werden. "Unser ganzes Leben könnte total auf den Kopf gestellt werden", sagte er.

Der Klimawandel werde völlig unterschätzt, die Bedrohung nicht wahrgenommen, betonte Latif. Tragisch sei, dass die Entwicklungsländer, die keine Schuld am Klimaproblem hätten, die Hauptlast tragen müssten. Der "Sonderbericht Extremwetter", den der UN-Klimarat am 18. November in Uganda vorstellen will, geht von einer Erwärmung der Erde in den nächsten 90 Jahren zwischen bestenfalls zwei und möglicherweise sogar vier bis fünf Grad aus.

Er sagt zudem eine deutliche Zunahme extremer Wetterlagen wie Starkregen und heftige Stürme voraus. "Die Trends, die wir heute (schon) sehen, werden sich fortsetzen", sagte Latif, dem die Zusammenfassung des Berichts bereits vorliegt.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 14.4.2012 als MP3-Audio in dem Deutschlandradio_Audio-on-Demand-Player nachhören.

Zurück zur Übersicht

Quelle   Deutschlandradio 2011