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24.11.2011

Für alle eine CO2-Card!

Das von der Bundesregierung angepeilte Ziel einer Reduktion der CO2 Emissionen um 40% bis 2020 ist mit den derzeit beschlossenen Maßnahmen nicht erreichbar.

Klimatologen und Systemwissenschaftler sagen uns, dass wir den Umbau der Wirtschaft spätestens bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts gestalten müssen. Bis dahin müssen die Treibhausgasemissionen weltweit beginnen zu sinken. Oder künftige Generationen werden unkontrollierbare Folgen der globalen Erwärmung zu tragen haben. 350 ppm ist das Ziel einer internationalen Kampagne getragen von Hunderten von Wissenschaftlern

Dringend notwendig sind verlässliche und marktwirtschaftliche Instrumente aus einem Guss: Maßnahmen, die eine CO2-Reduktion ins finanzielle Interesse auch der Bürger bringen. Der  Emissionshandel  ist eine solche Maßnahme. Die Stiftung regt an, den CO2- Emissionshandel auf den privaten Bereich auszudehnen, wie es derzeit in Großbritannien intensiv diskutiert wird.

Dazu schlägt die Aachener Stiftung Kathy Beys die Einführung von individuellen handelbaren Emissionsquoten und einer CO2-Card für Bundesbürger vor.

Grundlage ist ein zu beschließender CO2-Reduktionsplan, der jährlich sinkende Obergrenzen für die deutschen CO2-Emissionen definiert und schließlich im Jahr 2050 zu einer Reduktion der CO2- Emissionen auf 15 bis 20% des heutigen Niveaus führt. Dieser Plan legt auch fest, welcher Anteil der CO2-Emissionen an Privatpersonen ausgegeben wird.

Jeder Bürger verfügt dann über ein individuelles CO2-Guthabenkonto, auf das jedes Jahr gemäß des Reduktionsplans kostenlos CO2-Einheiten überwiesen werden. Bei jedem Kauf von Treibstoffen und Energieträgern fürs Wohnen werden CO2-Einheiten von diesem Konto abgebucht.

Der Einkauf von sonstigen Produkten, Lebensmitteln und Dienstleistungen wird nicht mit CO2-Einheiten bezahlt. Deren Produzenten und Anbieter müssen selbst die für sie notwendige Menge an CO2-Einheiten am Markt einkaufen.

Die Handhabung des CO2-Kontos erfolgt mit Hilfe einer CO2-Card, die in ihrer Funktion mit einer Kreditkarte vergleichbar ist. Dies schafft die Möglichkeit nicht benötigte CO2-Einheiten am Markt zu verkaufen oder aber bei größerem Bedarf zuzukaufen.

Die CO2-Card hat eine Reihe positiver Aspekte. Die kostenlose Verteilung der Emissionsrechte an Privatpersonen sorgt für eine relativ große Gerechtigkeit: Jeder Mensch erhält die gleiche Menge. Benötigt er weniger als ihm zugeteilt worden sind, kann er die überschüssige Menge an einer CO2-Börse verkaufen. Mehrverbraucher müssen dann zukaufen - und das wird teuer.

Die handelbaren Quoten nutzen die Kräfte des Marktes zu einer Umorientierung und binden Wirtschaft, Staat und Bürger aktiv in den Klimaschutz ein. Handelbare individuelle Emissionsquoten garantieren wie kein anderes Politikinstrument die Einhaltung der definierten jährlichen Emissionsobergrenzen. Quoten sind gerecht, da sie unabhängig von seiner sozialen und finanziellen Stellung jedem Bürger ein gleiches Emissionsrecht zugestehen.

Die Einführung von persönlichen handelbaren Emissionsquoten stellt daher die Freiheit des Einzelnen selbst zu entscheiden, wie und wo persönliche Emissionen reduziert werden sollen, in den Vordergrund. Sie steht so in krassem Gegensatz zu ordnungspolitischem Wirrwarr.

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Quelle   Aachener Stiftung Kathy Beys 2011