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26.11.2011

Grün gewinnt - Der deutsche Fußball geht in die Umweltoffensive

Der Fußball bildet eines der größten sozialen Netzwerke in Deutschland. Setzt sich eine solche Mammutgruppe in Bewegung, kann die Erde beben.

Dieses Potenzial will der Deutsche Fußballbund jetzt gezielt einsetzen: für Umwelt, Klima, Toleranz

Samstag, 15.30 Uhr, Anpfiff bei der Fußballbundesliga. Hunderttausende sind live dabei, wenn Dortmunds Nachwuchsstar Mario Götze in den Strafraum dribbelt und den Ball in den linken oberen Torwinkel zimmert. "Tooooor!" hallt es durchs Stadion und millionenfach aus Fernseh- und Radiolautsprechern. Fußball-Deutschland im Ausnahmezustand, Samstag für Samstag.

Alles andere ist jetzt uninteressant: Ob der Fußballbetrieb überhaupt umweltverträglich ist? Oder Rasenheizung und Flutlichtanlage das Klima schädigen? Wer will sich von solchen Fragen die schönste Nebensache der Welt verderben lassen!

Die Vereine selbst sind da erheblich weiter. Umwelt- und Klimaschutz sind im Fußball längst keine Fremdworte mehr: In Freiburg zieren seit Jahren Solarmodule das Stadiondach. Augsburg wirbt bei den Fans mit dem ersten klima-neutralen Stadion der Welt. Und der FSV Mainz sagt von sich, der erste klimaneutrale Klub der Bundesliga zu sein - mit einem Ökostromanbieter als Hauptsponsor. Verkehrte Welt: In der Nachhaltigkeitstabelle stehen nicht die Großen der Liga ganz oben, sondern diejenigen, die im Fußballer-Leben eher gegen den Abstieg kämpfen.

Aber auch Klima-Nachzügler wie Dortmund und München tun etwas: Die Borussia tritt gemeinsam mit dem deutschen Photovoltaik-Konzern Q-Cells als Botschafter der Energiewende auf. Und der FC Bayern hat die - erst zur Männer-WM 2006 gebaute - Allianz-Arena nach Umweltkriterien durchchecken lassen. Ergebnis: Seit 2009 werden durch viele kleine Einzelmaßnahmen in Shops, Konferenzräumen, VIP-Logen, Mannschaftskabinen und Medienräumen jährlich rund eine Million Kilowattstunden Strom gespart und damit 600 Tonnen CO2 vermieden - was indes nur einen Anteil von etwa fünf Prozent der Gesamtbilanz der Arena ausmacht.

Treibende Kraft dieses Wandels ist vor allem der Deutsche FußballBund (DFB). Unter der Federführung von Präsident Theo Zwanziger hat der Verband Anfang des Jahres eine Nachhaltigkeitskommission ins Leben gerufen. Sie soll sich nicht nur um Energie, Klima und Umwelt kümmern, sondern es geht um gesellschaftliche Verantwortung auf allen Ebenen - gegen Rassismus, Diskriminierung, Homophobie und Leistungsdruck. Und vor allem: Sie soll diese Themen bis hinunter in die Kreisklasse und in den kleinsten Verein tragen.

"Wir wollen gerade bei jungen Fußballern ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sie mit ihrer eigenen Zukunft verantwortungsvoll umgehen", sagt Zwanziger. Die Zielgruppe ist gewaltig: 26 000 Fußball-Vereine und fast sieben Millionen Mitglieder sind im DFB organisiert; halb Deutschland lässt sich zumindest gelegentlich vom Fußball-Fieber anstecken. Wie in keinem anderen Sport können damit Menschen erreicht werden, die an das Thema Nachhaltigkeit sonst keinen Gedanken verschwenden würden ...

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Quelle   natur+kosmos | Horst Hamm | Ilona Jerger 2011