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08.12.2011

Bundesnetzagentur: Rahmen für Stromnetzausbau

Kurth: "Erster wichtiger Schritt für die Beschleunigung des Stromnetzausbaus ist erfolgt."

Die Bundesnetzagentur hat soeben die wesentlichen Inhalte des Szenariorahmens zur energiewirtschaftlichen Entwicklung vorgestellt. Dieser bildet die Grundlage für den nationalen Netzentwicklungsplan, den die Übertragungsnetzbetreiber 2012 erstmalig vorlegen werden.

"Die Genehmigung des Szenariorahmens ist der erste wichtige Schritt für die Beschleunigung des Netzausbaus. Durch die Konsultation der vergangenen Wochen und eine ausführliche Anhörung, die auch zu Änderungen gegenüber dem Konsultationsentwurf geführt haben, ist eine verlässliche Grundlage für die jetzt anschließende Erarbeitung des Netzentwicklungsplans gelegt", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

"Es ist niemandem möglich, die Zukunft über zehn oder 20 Jahre exakt vorherzusagen. Deshalb sollen die Szenarien kontinuierlich weiterentwickelt und der tatsächlichen energiewirtschaftlichen Entwicklung schrittweise angenähert werden. Am Anfang haben die Szenarien allerdings eine große Bandbreite, die sich vor allem aus dem Tempo des Ausbaus der erneuerbaren Energien ergibt", so Kurth weiter.

"Die Bundesnetzagentur hat ein mittleres Leitszenario und zwei flankierende Szenarien festgelegt. Nach heutiger Einschätzung erfüllen alle drei Szenarien die Rahmenbedingungen des Energiekonzepts der Bundesregierung", betonte Matthias Kurth. "Endgültige Gewissheit werden die Marktsimulationen geben, die die Übertragungsnetzbetreiber im Rahmen der Netzentwicklungsplanung vornehmen werden."

Das Leitszenario geht von einem anspruchsvollen und realistischen Ausbau der erneuerbaren Energien aus und kombiniert diesen mit der Annahme, dass im Bereich der konventionellen Erzeugung nur noch die im Bau befindlichen Kohlekraftwerke und die Gaskraftwerke fertiggestellt werden, die einen hohen Planungsfortschritt aufweisen. Die beiden anderen Szenarien basieren zum einen auf einem geringeren Ausbau der erneuerbaren Energien, kombiniert mit einem höheren Zubau von Kohlekraftwerken, zum anderen auf einem von den Bundesländern angekündigten sehr starken Zubau von EEG-Anlagen, kombiniert mit einem geringeren Anteil konventioneller Erzeugung. Damit wird nicht nur die aus heutiger Sicht wahrscheinlichste Entwicklung berücksichtigt, sondern auch eine eher konventionell geprägte Erzeugungsstruktur bzw. eine extrem an erneuerbaren Energien orientierte Stromerzeugung.

Für die Bundesnetzagentur ist klar, dass nur die Netzausbauprojekte in den Netzentwicklungsplan zu übernehmen sind, die in jeder der wahrscheinlichen Entwicklungen gebaut werden müssen. Diese werden als 'no regret'-Projekte bezeichnet.

Es wird in allen Szenarien eine starke Steigerung der Energieeffizienz unterstellt. Bei Annahme eines Wirtschaftswachstums sowie der politisch gewollten zunehmenden Nutzung von Strom als Energieträger für den Verkehrsbereich und zur Wärmeerzeugung führt dies zu einem konstanten Strombedarf. Annahmen eines sinkenden Stromverbrauchs wird die Bundesnetzagentur im Rahmen von Sensitivitätsbetrachtungen untersuchen lassen.

Die Bundesnetzagentur unterstellt ferner, dass die Fortschritte beim Lastmanagement zu einer Glättung der Jahreshöchstlast führen werden. Im Jahr 2022 wird sich daher die Jahreshöchstlast nur noch am unteren Rand der heutigen Bandbreite der Jahreshöchstlast bewegen.

"Mit dem genehmigten Szenariorahmen legt die Bundesnetzagentur die Basis für die Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber zur künftigen Netzbelastung und zum Netzausbau- und Netzoptimierungsbedarf. Die Bundesnetzagentur wird diesen Prozess ebenfalls begleiten und dafür Sorge tragen, dass auch dabei eine frühzeitige, intensive und ergebnisoffene Beteiligung aller Interessierten und Betroffenen stattfindet. Ziel bleibt, innerhalb eines realistischen Zeitrahmens einen transparenten, plausiblen und inhaltlich sinnvollen Netzentwicklungsplan zu erstellen. Die Bundesnetzagentur fordert alle Interessenträger auf, an diesem Ziel weiterhin aktiv und konstruktiv mitzuwirken", appellierte Kurth.

Weitere Informationen zur Genehmigung des Szenariorahmens sind auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur veröffentlicht:

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Quelle   Bundesnetzagentur 2011