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08.10.2011

Der Frieden wird weiblich

Bisher waren von 100 Friedensnobelpreisträgern nur 15 weiblich. Jetzt wird der wichtigste Nobelpreis erstmals an drei Frauen vergeben. Die Frauenquote wird also deutlich erhöht. Der Frieden wird weiblich. Welch wundervolles Signal aus Stockholm. Drei afrikanische Frauen werden stellvertretend für mutige Frauen auf der ganzen Welt ausgezeichnet.

Die Ehrung für Tawakkul Karman aus dem Jemen ist „ein Zeichen dafür, dass der arabische Frühling ohne die Beteiligung von Frauen nicht erfolgreich sein kann“, kommentierte der Vorsitzende des Nobelpreis-komitees. Die 39-jährige Demokratie-Aktivistin Karman ist die erste Araberin, die einen Nobelpreis erhält. Sie steht stellvertretend für Millionen, die in den arabischen Revolutionen für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte kämpfen. Ellen Johnson-Sirleaf wurde 2005 zur Präsidentin Liberias gewählt, sie ist die erste demokratisch gewählte Staatschefin Afrikas. Jahrzehntelang hat sie gewaltfrei gegen den Diktator Taylor gekämpft und gewonnen. Ihr Motto: „Man darf nie aufgeben.“

Unstrittig ist auch der Preis für die zweite Liberianerin Leymah Gbowee. Auch sie half, dass der damals schrecklichste Bürgerkrieg der Welt in ihrer Heimat Liberia beendet werden konnte. Danach setzte sie sich vor allem für die Versöhnung ein – ähnlich wie zuvor Nelson Mandela und Bischof Tutu in Südafrika. Frau Gbowee sagte gestern: „Dieser Nobelpreis gehört allen afrikanischen Frauen.“

Das Nobelpreiskomitee würdigt, dass in Afrika die Friedensarbeit im Wesentlichen von Frauen, von Müttern und Großmüttern, getragen wird – während noch allzu viele Männer von Diktatoren fasziniert sind. Alle drei jetzt ausgezeichneten Frauen stehen noch mitten in ihrem kämpferischen Leben. Es ist ein Preis für ihr mutiges Leben und ein Preis gegen die Diktatoren dieser Welt. Selten hatte das Nobelpreiskomitee so viel Lob, Anerkennung und Dank verdient wie 2011.

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Quelle   Franz Alt 2011