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31.03.2012

Schneller fahren schadet der Gesundheit

Brauchen wir Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen?

Ja, volkswirtschaftliche Schäden durch Umweltbelastungen sind weit größer als bisher angenommen. Deutschland freut sich, dass es auf manchen Autobahnabschnitten keine Geschwindigkeitsbegrenzungen hat.

In anglikanischen Ländern sind sie meist rigoroser als bei uns. Die Briten haben nun beschlossen, die Geschwindigkeitsbeschränkungen von 100 km/h auf 130 km/h anzuheben. Die Idee dahinter: Kürzere Reisezeiten sollen ökonomische Vorteile bringen, mehr Wirtsschaftswachstum durch Zeitersparnis.

Nun zeigt sich anhand einer neuen Studie der Stanford University, dass dem nicht so ist. Arthur van Benthem, Umweltökonom, zeigt auf: Auf die Einzelperson gesehen mag die britische Ansicht stimmen, schnelleres Fahren spart Zeit.

"Wenn man die gesellschaftlichen Gesamtkosten ansieht, überwiegen ganz deutlich die Nachteile", meint Benthem. Er hat für seine Studie detaillierte Verkehrs- und Umweltdaten aus den US-Bundesstaaten Oregon, Washington und Kalifornien berücksichtigt.

Eine Gesetzesänderung zeigt auf, welche Konsequenzen höhere Geschwindigkeiten haben: Auf einigen Schnellstraßen wurden die Geschwindigkeitsbeschränkungen von 90 auf 105 Stundenkilometer angehoben, auf anderen nicht. Das Verkehrsaufkommen und Unfallhäufigkeiten waren dabei nicht entscheidend.

Die Geschwindigkeitserhöhungen gab es nur für "rural interstates" nicht für die "rural highways". Es ergaben sich klar nachvollziehbare und sichtbare Details: Auf allen Autobahnen, auf denen schneller gefahren werden durfte, gab es bis zu 15 Prozent mehr Unfälle. Die tödlichen Unfälle nahmen sogar um bis zu 60 Prozent zu. Je schneller man unterwegs ist, desto mehr Unfälle gibt es. Das ist auch mit anderen Studien bewiesen.

Van Benthem zeigt aber weitere, vollkommen neue Details: Er berücksichtigt auch die Umweltfolgen! Dafür hat er auf detailierte Daten zur Messung der Luftqualität zurückgegriffen, mit beeindruckenden Details: In einem Umkreis von fünf Kilometern rund um die Autobahnen ist die Luftqualität durch die höhere Geschwindigkeit deutlich schlechter. Das Atemgift Kohlenmonoxid ist um 24%  gestiegen, bei Ozon sind es + 11% und bei den Stickoxiden ein Plus von 16%.

Die weit schlechtere Luft durch den höheren Schadstoffausstoß der Fahrzeuge bei höherer Geschwindigkeit schadet vor allem den Bewohnern in der Nähe der Autobahnen enorm. Bei schwangeren Frauen erhöht sich der Fehlgeburtenanteil sogar um 9,4% . Die volkswirtschaftlichen Schäden sind weit höher als bisher angenommen.

Die Vorteile durch die Zeitersparnis hat er mit rund 156 Millionen Dollar pro Jahr errechnet - die Nachteile mit 486 Millionen Dollar, das heißt, rund drei Mal so hoch!

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Quelle   oekonews.at | holler 2012