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04.04.2012

Öko-Landbau muss Leitbild der europäischen Agrarpolitik werden

Naturland Mitgliederversammlung Bayern fordert einen Systemwechsel in der Landwirtschaft.

"Wir fordern München, Berlin und Brüssel auf, bei der Gestaltung der Landwirtschaft globale Verantwortung zu übernehmen", fasst Arthur Stein, Naturland Landesvorsitzender aus Bayern die Resolution der Naturland Bauern auf der bayerischen Mitgliederversammlung.

Europa - und damit insbesondere Deutschland als größter Netto-Einzahler in die EU - steht durch die Vorschläge der EU-Kommission von 2011 zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) vor der entscheidenden Weichenstellung für das europäische Agrarmodell nach 2013, so die bayerischen Öko-Bauern.

"Allerorten wird über Nachhaltigkeit philosophiert - wir Öko-Bauern setzen diese jeden Tag erfolgreich auf den Äckern um. Öko-Landbau muss das Leitbild der europäischen Agrarpolitik werden. Und dafür benötigen wir auch die Unterstützung der bayerischen Staatsregierung", so Arthur Stein in Münsterschwarzach.

Öffentliche Gelder für öffentliche Güter

Die globale Ernährungssicherung und die großen Herausforderungen im Umwelt- und Ressourcenschutz erfordern tiefgreifende Änderungen im Sinne eines zukunftsfähigen europäischen Agrarmodells nach 2013. Naturland Landesvorsitzender Arthur Stein unterstrich auf der Mitgliederversammlung Bayern erneut die Notwendigkeit einer fundamentalen Agrarreform: "Das alte Zwei-Säulenmodell der EU-Agrarpolitik muss abgeschafft werden. Es ist überholt und wird den gesellschaftlichen Anforderungen nicht mehr gerecht.

Die Agrargelder müssen von der Gießkannenförderung der 1. Säule (flächenbezogene Direktzahlungen) zugunsten der 2. Säule (Entwicklung des ländlichen Raumes) umgeschichtet werden. Es muss das Prinzip 'öffentliche Gelder für öffentliche Güter und Leistungen' gelten. Eine konsequente Koppelung von Investitionsförderungen in der Europäischen Agrarpolitik an die Anforderungen des Ökologischen Landbaus sei daher nötig.

Aktionsprogramm Öko-Landbau in Bayern gefordert

Der Ökologische Landbau bietet Lösungen für zahlreiche Herausforderungen im Umweltschutz, etwa im Klima-, Boden-, Gewässer- und Artenschutz. Gerade deshalb sollten Agrargelder ab 2014 sich am Leitbild eines modernen und zukunftsfähigen europäischen Agrarmodells orientieren. Auf der Mitgliederversammlung Bayern forderten die Bauern erneut eine Steigerung des Anteils des Ökologischen Landbaus auf 20 Prozent bis 2020 in Bayern.

Darin liegt die Zukunft des Landes, auch nach Ansicht des Zukunftsrates Bayern, der erst im Februar dieses Jahres ein Umsteuern in der Agrarpolitik gefordert hatte. Arthur Stein: "Ein Aktionsprogramm für den Ökologischen Landbau ist erforderlich. Hier muss der Freistaat die Chancen nutzen, um seine Landwirtschaft und seine Umwelt fit für die Zukunft zu machen!"

In Bayern bewirtschaften über 1.800 Öko-Bauern eine Fläche von über 65.000 Hektar nach den Naturland Richtlinien. Naturland ist damit, bezogen auf die bewirtschaftete Fläche, der größte Öko-Verband in Bayern.

Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit 53.000 Bauern und über 500 Herstellern als Naturland Partner einer der größten Öko-Verbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.

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Quelle   Naturland e.V. 2012