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12.06.2012

Radhelmpflicht führt zu weniger Radfahren

Die Verkehrssicherheit konnte jedoch nicht erhöht werden.

Eine gesetzliche Verpflichtung zum Helmtragen beim Radfahren kann zu negativen Nebenwirkungen führen, warnt der VCÖ. Internationale Erfahrungen zeigen, dass durch eine Radhelmpflicht die Zahl der Radfahrer verringert wurde. Die Verkehrssicherheit konnte jedoch nicht erhöht werden. Bewegung im Alltag ist die beste Gesundheitsvorsorge für Kinder und Erwachsene, betont der VCÖ.

Einen Radhelm zu tragen, vermindert die Unfallfolgen. Die gesetzliche Verpflichtung einen Helm zu tragen, kann jedoch negative Nebenwirkungen haben. „In Australien ist nach Einführung einer Radhelmpflicht die Zahl der Radfahrenden um ein Drittel gesunken. Das Unfallrisiko für die verbleibenden Radlerinnen und Radler ist jedoch um zehn Prozent gestiegen“, verweist VCÖ-Expertin Bettina Urbanek auf internationale Erfahrungen. Um die Sicherheit beim Radfahren zu verbessern, empfiehlt der VCÖ einen Ausbau der Radinfrastruktur, etwa durch Radwege entlang von Freilandstraßen und verkehrsberuhigte Zonen, sowie die Senkung der Tempolimits.

Bewegung im Alltag ist die beste Gesundheitsvorsorge. Wer seine Alltagswege regelmäßig mit dem Rad zurücklegt, kann mit einer durchschnittlichen Zunahme der Lebenserwartung um zwei Jahre rechnen, ergab eine dänische Studie. Stressabbau, Gewichtsreduktion und Senkung des Blutdrucks sind weitere Vorteile des regelmäßigen Radfahrens, macht der VCÖ aufmerksam.

Vor allem Kindern mangelt es in Österreich an ausreichend Bewegung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Kindern, sich täglich 60 Minuten mit mittlerer Intensität zu bewegen. Doch nur ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen von 11 bis 15 Jahren kommen dieser Empfehlung nach. „Eine Befragung in Österreich ergab, dass 33 Prozent der Kinder am liebsten mit dem Fahrrad in die Schule fahren würden. Tatsächlich radeln jedoch nur elf Prozent in die Schule. Das liegt daran, dass Eltern sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgen. Dabei leistet Radfahren einen wichtigen Beitrag zur Bewegung im Alltag und fördert sowohl die Eigenständigkeit der Kinder als auch ihre gesunde Entwicklung“, betont Urbanek.

Um das Radfahren für Kinder sicherer zu machen, sind zudem Fahrradtrainings in Kindergärten und Schulen nötig. „Wichtig ist auch, dass für radfahrende Kinder und Eltern mehr Platz im Straßenraum geschaffen wird. Auch deshalb ist die Aufhebung der Radwegbenützungspflicht sinnvoll, da geübte Radfahrerinnen und Radfahrer auf die normale Fahrbahn ausweichen können und mehr Platz für jene frei wird, die sich am Radweg sicherer fühlen“, betont VCÖ-Expertin Bettina Urbanek.

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Quelle   VCÖ 2012