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25.06.2012

Strompreis-Explosion: Versorger schröpfen Arme

240 Euro Mehrkosten im Jahr - Industrie profitiert von Ausnahmeregeln.

Für das kommende Jahr rechnen Experten mit drastischen Steigerungen bei den Strompreisen. Aktuellen Berechnungen der Verbraucherzentrale Bundesverband zufolge muss sich ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in Deutschland ab 2013 auf rund 240 Euro Mehrkosten im Jahr einstellen. Die Preislawine trifft besonders stark Einkommensschwache, denn das Wirtschaftsministerium lehnt Hilfen ab. Der oberste Verbraucherschützer Gerd Billen fordert vor diesem Hintergrund einen "Kassensturz" und ein schnelles Umsteuern seitens der Regierung.

Sechs Cent mehr je Kilowattstunde

Die Bedenken der Konsumentenschützer sind alles andere als unberechtigt. Denn allein die Ökostrom-Umlage von derzeit 3,5 Cent pro Kilowattstunde, die alle Kunden mit insgesamt 13 Mrd. Euro im Jahr über den Strompreis entrichten, wird ansteigen. Bis zu sechs Cent mehr je Kilowattstunde kommen auf die Kunden bis 2014 zu. Doch nicht nur die Verbraucherzentrale Bundesverband übt scharfe Kritik. Auch die Deutsche Energie-Agentur geht in ihrer Analyse davon aus, dass die Ökostrom-Umlage ab 2013 um fünf Cent ansteigen wird.

Als Hauptgrund für den rasanten Preisanstieg führen die Branchenfachleute einstimmig die unerwartet vielen hoch subventionierten Solaranlagen an, die noch dieses Jahr an das Netz angeschlossen werden. "Die Kosten steigen täglich und keiner weiß, wie das bezahlt werden soll", echauffiert sich Billen. Die Regierung müsse dafür Sorge tragen, dass die Einführung von Strompreistarifen gesetzeskonform ausfällt und eine regelmäßige Überprüfung der Hartz-IV-Sätze in Anpassung an die Strompreisentwicklung erfolgt.

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Quelle   pressetext 2012Florian Fügemann 2012