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27.06.2012

Solarförderung: Kürzung amtlich

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Bund und Länder sich bei der Kürzung der Solarförderung auf einen Kompromiss geeinigt haben.

Demnach soll die Förderung wie geplant rückwirkend deutlich sinken, und zwar für Anlagen, die ab 1. April gebaut wurden. Die Gesamtmenge der geförderten Solaranlagen soll auf 52 Gigawatt begrenzt werden. Wieder eingeführt wird eine mittlere Geräteklasse für Anlagen zwischen 10 und 40 Kilowatt. Unklar bleibt, ob das sogenannte Marktintegrationsmodell, bei dem Anlagenbesitzer zwischen 10 und 20 Prozent ihres Stroms nicht mehr gefördert bekommen, weiter im Gesetz bleiben soll.

Der Bundestag hat im März die Kürzung der Solarförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen, der Bundesrat stoppte die Pläne jedoch und erzwang eine Anrufung des Ermittlungsausschusses. Dieser wird heute tagen und sich voraussichtlich den Ergebnissen der Verhandlungen anschließen. Theoretisch könnte die jetzt beschlossene Einigung noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

Ein besonders strittiger Punkt war die geplante Abschaffung der mittleren Vergütungsklasse. Der Hintergrund: Kleine Anlagen erhalten eine höhere Förderung als große, und bislang waren diese in drei Kategorien eingeteilt. Die Abschaffung der mittleren Kategorie zwischen 10 und 30 Kilowatt hätte einen großen Nachteil für Betreiber von Anlagen dieser Größenordnung bedeutet. Nach dem Reuters-Bericht wird diese Kategorie jedoch - leicht modifiziert auf 10 bis 40 Kilowatt - beibehalten.

Der kritischste Punkt bei der jetzigen Einigung dürfte die Begrenzung der Gesamtmenge an Solaranlagen auf 52 Megawatt sein. Zur Zeit sind etwa 28 Gigawatt am Netz. Danach sollen Anlagen zwar weiterhin ins Netz einspeisen können, allerdings zu Marktpreisen. Die große Frage lautet nun: Wird es der Solarbranche gelingen, in den nächsten Jahren ihre Anlagenpreise so weit zu senken, dass nach Erreichen der 52 Gigawatt ein weiterer Ausbau rentabel bleibt? Geht der Ausbau im aktuellen Tempo - etwa sieben Gigawatt pro Jahr - weiter, wird dieser Wert bereits im Lauf des Jahres 2015 erreicht sein.

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Quelle   KLIMARETTER.INFO | hb 2012