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29.06.2012

Solarenergie: Ressource statt Finanzprodukt

Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA): Angekündigte Katastrophe blieb in Deutschland aus.

Aus Anlass gesetzlicher Neuregelungen in Österreich und Deutschland haben der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) und Peter Thiele, Vizepräsident von Sharp Energy Solutions Europe, eine Zwischenbilanz über Europas Solarenergie gezogen.

Deren Haupttreiber bleibe die Bevölkerung und Förderungen seien weiter wichtig, um die Investitionen der Solarbranche abzusichern. Aus einem geförderten "Finanzprodukt mit Rendite" werde jedoch zunehmend eine Ressource.

Deutschland Weltmarktführer

Für die Photovoltaik ist Deutschland mit einer installierten Leistung von 24,7 Gigawattpeak (GWp) der weltgrößte und in der Einschätzung Thieles ein "sehr vorbildlicher" Markt. Dass dort an Spitzentagen bereits der gesamte Stromverbrauch mit Solarenergie abgedeckt werden kann, sei ein "toller Erfolg". Wegen der schwankenden Strommengen allerdings sollte das Netz und dessen Steuerung weiter verbessert werden, um auch die bis 2020 angepeilte Leistung von 52 GWp zu erreichen.

Aktuell sorgt die Solarenergie in Deutschland für fünf Prozent des Strombedarfs. Die nun beschlossene Senkung der Förderung von 24,7 Cent auf 19,4 ist den Experten nach "sehr beachtlich" und liege damit unter dem normalen Strompreis für Haushalte. "Ein Ende der Preisspirale ist also in Sicht", meint Thiele. Für 2012 ist der Ausbau installierter Leistung von weiteren sieben GWp zu erwarten. Auch in Europa wachse die Photovoltaik weiter und halte mit 51,7 GWp den weltweit größten Anteil.

Großbritannien im Kommen

"In Italien als Nummer zwei in Europa rechnet man schon ohne Förderungen für die Solarenergie", weiß Thiele. England sei durch eine "Green Deal"-Initiative stark im Kommen, jedoch dümple Spanien als Europas Nummer drei und in Erwartung der Anschlussregelung beim "Eigenverbrauch für kleine Anlagen" so vor sich hin. Wie Deutschland und vor allem Japan sei auch Frankreich nach Fukushima der Atomkraft gegenüber kritischer geworden, so der Experte, und konnte mit einer Installation von 1,6 GWp allein 2011 aufholen.

Österreich ist mit einigen Weltmarktführern Exportland für Photovoltaik samt Zubehör. Für 2012 erwartet PVA-Präsident Hans Kronberger eine installierte Leistung von 200 Megawattpeak, was einer Verhundertfachung gegenüber 2007 entspricht. Das ab 1. Juli gültige Ökostromgesetz habe einige Schwächen wie die Ausbaubeschränkung, erhöhe aber die finanziellen Zuwendungen von 2,1 auf acht Mio. Euro. Bundesweit bleiben 2012 dennoch 8.811 Kleinanlagen ohne Investitionsförderung. "Es ist unerklärlich, dass der Staat auf diesbezügliche Steuereinnahmen verzichtet", findet Kronberger.

Österreichs Branchenumsatz 272 Mio. Euro

Bis 2020 erwartet der Bundesverband Photovoltaic Austria bis zu sechs GWp installierter PV-Leistung, was acht Prozent des Stromverbrauchs entsprechen würde. Die Branche erzeugte im Vorjahr eine Strommenge von 174,1 GWh und beschäftigt 4.181 Angestellte. Laut PVA wurde ein Umsatz von 272 Mio. Euro. erwirtschaftet und 71.856 Tonnen an CO2-Emissionen eingespart. Um einen Jahresstrombedarf für einen durchschnittlichen Haushalt zu produzieren, wird eine Photovoltaikfläche von 40 bis 50 Quadratmeter benötigt.

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Quelle   pressetext.redaktion 2012Jürgen Molner 2012