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27.07.2012

Nächtlicher Atommülltransport startete in Geesthacht Richtung USA

Wo geht der Atommüll hin? Castortransport aus Geesthacht Richtung USA.

Mittwochnacht fand nach Angaben von Atomkraftgegnern der Abtransport von zwei Atommüll-Behältern aus dem GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht statt.

Es soll sich um 25 abgebrannte Brennstäbe aus dem ehemaligen Forschungsreaktor “FRG 1″ handeln, die abtransportiert wurden soll. Bestimmungsort ist die USA, vermutlich findet eine Verschiffung über den Hamburger Hafen statt.

Der Forschungsreaktor mit fünf Megawatt Leistung war bis Ende Juni 2010 in Betrieb. Nach nun zweijähriger Abklingzeit können die verbrauchten Brennstäbe zum Lieferanten, den Vereinigten Staaten, zurückgebracht werden. Zwischen 2000 und 2010 war der FRG-1 der älteste laufende Reaktor Deutschlands. Die produzierten Neutronen wurden ausschließlich für die Grundlagenforschung in den Materialwissenschaften und der Medizin verwendet. Der Rückbau der Anlage soll voraussichtlich zehn Jahre dauern und rund 150 Millionen Euro kosten.

In der Vergangenheit hatten Atomkraftgegner gegen den Abtransport von Atommüll protestiert: Auch in den USA ist eine Lösung für das Entsorgungsfiasko nicht in Sicht, daher dient dieser Atommüll-Export nicht einer tatsächlichen “Entsorgung”. Auf dem Gelände der GKSS, wo einst nukleare Schiffsreaktoren entwickelt wurden, lagern noch unbestimmte Mengen radioaktiver Abfälle. Um eine Bestandsaufnahme durchzuführen, soll im September eine öffentliche Veranstaltung bei der GKSS stattfinden.

Die Anlagen in Geesthacht, zwei Forschungsreaktoren und das AKW Krümmel, werden verdächtigt, Auslöser für das weltweit größte Cluster an kindlicher Leukämie zu sein. Die KIKK-Studie hatte 2007 nachgewiesen, dass die Erkrankungsrate um AKW generell erhöht ist.

Der Atommülltransport ist genau um 0.00 Uhr vom Gelände der ehemaligen GKSS, jetzt Helmholtz-Zentrum Geesthacht incl. Polizeibegleitung gestartet. Ein LKW-Transport, blaue Zugmaschine und Sattelauflieger mit grünem Container. Fahrt-Route Max-Planck-Straße zur B 5, auf der B 5 durch Geesthacht mit Tempo 70 km/h !! (erlaubt 50 km/h), weiter auf der A 25 an Bergedorf vorbei Richtung Hamburg, auf der A 25 anfänglich Tempo über 100 km/h (Auskunft von Journalisten, der zeitweise hinterherfuhr) erlaubt max. 80 km/h, Polizeibegleitung bis zur Abfahrt Hamburg-Curslack, danach komplett ohne Polizei, in Hamburg-Moorfleet Wechsel von A 25 auf die A 1 aus Richtung Lübeck gen Hamburg weiter auf A 1 Richtung Bremen, letzte Sichtung auf der A 1 bei der Abfahrt Hittfeld weiter Richtung Bremen, Zeit ca. 0.40 Uhr, ab hier durch Niedersachsen.

Fahrtroute ab Hittfeld Richtung Nordenham bis in den Hafen. Im Hafen von Nordenham liegt das Frachtschiff Oceanic Pintail. Es wird vermutet, das mit diesem Schiff der Atommüll in die USA transportiert wird.

Weitere Informationen zum Atommülltransport aus Geesthacht unter http://www.contratom.de/2012/07/24/castortransport-aus-geesthacht

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Quelle   Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) 2012oekonews.at | holler 2012