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04.08.2012

Russische Flüsse transportieren mehr Wasser in das Nordpolarmeer

Die großen russischen Flüsse Ob, Lena und Jenissei spülen infolge des weltweiten Temperaturanstieges mehr Wasser in das arktische Meer als noch vor 60 Jahren.

Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, dessen Studie jetzt in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlich wurde. „Die jährliche Wassermenge, welche die drei Flüsse heute in das Nordpolarmeer tragen, liegt mit rund 1700 Kubikkilometern etwa zehn Prozent über ihrem Transportvolumen vor 60 Jahren“, sagt Prof. Rüdiger Gerdes vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, der an dieser Studie mitgearbeitet hat.

Die Wissenschaftler hatten untersucht, inwiefern die gestiegenen Durchflussmengen der drei russischen Flüsse auf Veränderungen der großräumigen atmosphärischen Zirkulation zurückzuführen seien. Dahinter verbirgt sich zum Beispiel die Beobachtung, dass das sogenannte Islandtief in den vergangenen Jahren  immer weiter Richtung Osten vorgedrungen ist.

„Luftmassen, die es früher nicht bis in die Einflussgebiete der drei großen Flüsse geschafft haben, erreichen diese jetzt und bringen viel Feuchtigkeit in die Regionen. Denn je wärmer die Atmosphäre wird, desto mehr Feuchtigkeit kann sie auch speichern“, sagt Rüdiger Gerdes.

Er gehe zudem davon aus, dass die Flüsse aufgrund der fortschreitenden Erderwärmung künftig noch mehr Süßwasser in das arktische Meer tragen werden. Noch zeige dieser vermehrte Süßwasser-Zufluss in das Nordpolarmeer keine deutlichen Auswirkungen, weil die Gesamtsumme bisher zu unbedeutend sei.

Der nachweislich steigende Süßwasseranteil im arktischen Meer hänge vielmehr damit zusammen, dass die Fläche und vor allem das Volumen des arktischen Meereis abnähmen, so Rüdiger Gerdes.

Die Studie mit dem Originaltitel „Enhanced Poleward Moisture Transport and Amplified Northern High-Latitude Wetting Trend“ kann online hier abgerufen werden.

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Quelle   Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft 2012