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15.09.2012

Erneuerbare-Energie-Lügen haben lange Beine

Die Medien sind voll mit falschen und verzerrten Berichten über Erneuerbare Energien.

April 2011: Die Fukushima-Atomkraft-Katastrophe schockt auch die Deutschen, die Diskussion über das Ende der Kernenergie spitzt sich zu. In den Medien mehren sich aber auch die Berichte über die teuren Erneuerbaren Energien. Nachricht über Nachricht, in den Zeitungen, im Radio, im Fernsehen: Strom wird teuer. Wegen der Erneuerbaren. Eine Verdoppelung sei zu erwarten – mindestens. Sogar der gesamte Industriestandort Deutschland sei gefährdet. Die Fakten, Gründe, Argumente sind verdreht oder fehlen ganz. Wie haben die Erneuerbare-Energie-Gegner das geschafft?

Die Recherche eines Journalisten

Ich habe damals überlegt, wo ich selbst recherchieren würde, wenn ich in einer Redaktion einer Tageszeitung sitzen würde, nicht auf Erneuerbare Energie spezialisiert wäre und wieder einmal eine Pressemeldung über die Strompreissteigerungen bekommen würde. Nun – wahrscheinlich hätte ich kaum Zeit, zu recherchieren. Also würde ich Daten einfach ungeprüft übernehmen müssen. Da aber die meisten Meldungen über die angeblich so kostentreibenden Erneuerbaren auf „Studien“ basieren (zwar bezahlt durch Wirtschaftsverbände, aber wer schaut da schon genau hin…), würde ich wohl die Nicht-Recherche rechtfertigen können. Und wenn ich doch mehr wissen wollte? Natürlich! Als Wirtschaftsjournalist hat man eine Grundregel gelernt: Das Thema Energie gehört zum Wirtschaftsministerium.

Das Wirtschaftsministerium informiert

Also habe ich 2011 die Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums angewählt. Damaliger Chef: Rainer Brüderle, FDP. Ich war erstaunt: Eine gut gemachte Seite, übersichtlich, bürgerfreundlich. Und alles top-aktuell. Erst bei den Vergütungen für Strom aus Erneuerbare-Energie-Kraftwerken stutzte ich: Da stand beispielsweise als Vergütung für Solarstrom: 54,6 Cent. Erschreckend hoch, wo doch der Strom für private Verbraucher nur 22 bis 26 Cent kostet. Nur: Die Vergütung von 54,6 Cent war eine etwa sechs Jahre veraltete Angabe. Schon im April 2011, als Brüderles Ministerium diese Zahl nannte, lag die wirkliche Vergütung nur bei knapp 29 Cent. Erste Erkenntnis also: Journalisten, die wenigstens stichprobenartig die Flut der Falschmeldungen zu den „teuren Erneuerbaren Energien“ prüfen, werden auf solche Art weiter falsch informiert. Zweite Erkenntnis: Die Methode, mit der gearbeitet wird, ist nicht die direkte Lüge, sondern die „halbe Wahrheit“ – mittels veralteter Zahlen, Weglassungen oder anderem. Aber insgesamt werden aus diesen Halbwahrheiten dann fette Lügen. Lesen Sie hier weiter

Anmerkung aus aktuellem Anlass Aktuell hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) eine aggressive Kampagne zur Abschaffung des EEG gestartet. Die INSM ist eine im Jahr 2000 vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete sowie von weiteren Wirtschaftsverbänden und Unternehmen getragene Denkfabrik. Die INSM ist durchaus umstritten: Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Claus Leggewie ist das Ziel der INSM weniger „soziale“ Marktwirtschaft als vielmehr „kapitalistische freie Marktwirtschaft“. Die DGS weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass der Prozess der Energiewende weiterhin kritisch verfolgt werden muss. Es wäre fahrlässig, würde sich die Politik zu sehr von den Interessen der etablierten Energiewirtschaft leiten lassen.

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Quelle   SONNENENERGIE | Jörg Weber 2012Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.25012