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24.10.2012

Gen-Pflanzen: Was Europa bei Anbauzulassungen drohen würde

Glyphosate tolerant crops in the EU heißt der von dem renommierten US-Agrarökonom Dr. Charles Benbrook für Greenpeace verfasste Report.

Benbrook zeichnet darin ein Szenario, das Europa im Falle von Anbauzulassungen drohen würde. Dabei geht es um Gen-Pflanzen, die gegen das Pestizid Glyphosat immun sind.

Er wagt damit den Versuch einer Prognose: Wie könnte sich der Einsatz von Agrargiften in der EU entwickeln, sollte es zu Anbauzulassungen kommen? Basierend auf Erfahrungen, aktuellen europäischen Agrar-Statistiken und anhand dreier denkbarer Szenarien entstand eine Vorhersage für die infrage kommenden Gen-Pflanzen Mais, Zuckerrübe und Soja.

Die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild: Sollten etwa europäische Landwirte ebenso eifrig zu Roundup Ready-Gen-Mais greifen wie ihre US-amerikanischen Kollegen, könnte auf Europas Maisfeldern der Glyphosat-Einsatz bis zum Jahr 2025 um 1000 Prozent steigen - der Herbizid-Gesamteinsatz sich etwa verdoppeln. Selbst wenn die Begeisterung deutlich geringer ausfiele und es verpflichtende Restriktionen gäbe - wie zum Beispiel ein Verbot des Anbaus von Roundup Ready-Pflanzen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, wäre noch ein Anstieg des Glyphosateinsatzes um 500 Prozent sowie aller Herbizide um 38 Prozent zu befürchten.

Für Deutschland fallen die Zahlen etwas geringer aus, da schon heute der Maisanbau hierzulande auf einem intensiven Herbizideinsatz basiert. In der Prognose für Europa erhöhen sich beim Anbau von Gen-Zuckerrüben die Herbizidmengen etwas weniger dramatisch als für Mais, um für Soja abschließend die höchsten Werte zu liefern.

Glyphosat ist schon heute das bei weitem beliebteste Pestizid auf Europas Feldern. Es wird vor der Aussaat oder nach der Ernte, aber auch zur Reifebeschleunigung kurz zuvor eingesetzt. Auch ohne Gen-Planzen dürfte der Glyphosateinsatz bis zum Jahr 2025 daher zum Beispiel im Falle von Mais um 50 Prozent steigen - ohne Genmanipulation sind diesen Anwendungen aber immerhin natürliche Grenzen gesetzt.

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Quelle   Greenpeace | Dirk Zimmermann 2012