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30.10.2012

Nachhaltige Energieversorgung mit Passivhäusern

Wie können wir uns nachhaltig mit Energie versorgen und welchen Beitrag leisten Passivhäuser in einer nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft?

Wie können wir uns nachhaltig mit Energie versorgen und welchen Beitrag leisten Passivhäuser in einer nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft? Das sind die Kernfragen, die im vorliegenden Protokollband 46. des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser thematisiert werden.

Nachhaltig genutzt wird ein System dann, wenn es permanent, d.h. auch von nachfolgenden Generationen, in dieser Weise genutzt werden kann. Übertragen auf die Energieversorgung von Passivhäusern bedeutet dies, dass die Energieträger, die für die Versorgung benötigt werden, so aus der bereitstellenden Quelle entnommen werden müssen, dass diese Quelle auch langfristig nicht geschädigt wird oder versiegt.

Mit dem Passivhaus ist bekanntermaßen möglich, den Heizwärmeverbrauch von Gebäuden um den Faktor 10 in Bezug auf das Mittel des deutschen Gebäudebestandes zu reduzieren. Das ist der entscheinde Schritt , denn bei diesem geringen Energiebedarf reichen die hiesigen regenerativen Primärenergiequellen überall in Europa aus, um eine Versorgung zu ermöglichen.

Impliziert dieser hohe Effizienzgrad automatisch die Nachhaltigkeit von Passivhäusern?

Rainer Vallentin und Benjamin Krick zeigen in ihren Beiträgen, dass für eine nachhaltige Entwicklung zur Energieeffizienz auf Passivhausniveau auch ein auf erneuerbarer Energie aufbauendes Energiesystem gehört, das sich von der heutigen Energiebereitstellung grundlegend unterscheidet. Da erneuerbare Energie mit geringer Dichte flächig verteilt gewonnen werden muss, wird auch die Energieversorgung dezentralisiert - muss jedoch zum Ausgleich von Schwankungen überregional verbunden werden. Zu den verfügbaren Energiequellen gehören sicher auch geeignet orientierte Dächer von Gebäuden (Photovoltaik). Dieser Prozess der Energiewende wird durch das Passivhaus stark vereinfacht: Insgesamt geringere Energiebedarfswerte senken die Rauminsanspruchnahme und insbesondere die starke Reduktion des Energiebedarfs im Passivhaus im Winter bringt Entspannung beim (sonst nur sehr teuer lösbaren) Speicherproblem.

Von Rainer Vallentin wird über die Möglichkeiten der praktischen und breiten Umsetzung des Passivhauses und der EnerPHit-Sanierung berichtet. Er stellt Szenarien des künftigen Energiebedarfes des Gebäudesektors der Bundesrepublik Deutschland vor.

Auf diesem Weg tritt eine weitere Fragestellung auf. In einer künftigen Energieversorgung werden leitungsgebundene Energieträger eine größere Rolle spielen als bisher. Diese häufig aus Koppelprozessen stammenden Produkte werden momentan vor dem Hintergrund der aktuellen, nicht nachhaltigen Energieversorgung beschrieben: Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erhält derzeit eine einseitige Stromgutschrift, welche die Wärme unangemessen positiv bewertet. Zudem entsteht so das Problem, dass sich das Bewertungssystem für die Wärme aus KWKProzessen alleine mit der Qualität des Kraftwerksparks für die Stromerzeugung stark verändern wird. Dann wird zwangsläufig die KWK-Wärme höhere Emissionen zugeordnet bekommen, unabhängig von deren Qualität. Das ist ein Indiz dafür, dass das derzeitige Bewertungssystem nicht korrekt funktioniert. Es muss daher realistischer gestaltet werden. Mit dieser Thematik beschäftigt sich Berthold Kaufmann unter anderem in seinem Beitrag.

Alles, was wir bauen, braucht Energie bei der Herstellung, die graue Energie. Ueli Kasser aus der Schweiz berichtet etwas über den Erkenntnisstand. Welche Rolle spielt die graue Energie im gesamten Lebenszyklus und in welchem Maß kann graue Energie eingespart werden? Welche Verbesserungen sind auch an dieser Stelle noch möglich?

Träger des Arbeitskreises Phase V sind die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, das Hessische Umweltministerium, proKlima - Der enercity-Fonds sowie die FAAG TECHNIK GmbH. Die in diesem Protokollband dargestellten Ergebnisse wurden erarbeitet im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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Quelle   Passivhaus Institut | Oksana Dzeva 2012