Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

13.10.2014

Nahe am Preiskrieg ums Öl

Eine schwache Weltwirtschaft und eine Rekord-Ölproduktion sorgen für den tiefsten Ölpreis seit 2010.

Das bringt die großen Konzerne und Länder wie Russland in Schwierigkeiten. Aber riskante Projekte in der Arktis und der Tiefsee werden zurückgestellt.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent ist am Donnerstag um über drei Prozent auf nur noch 88,11 Dollar gefallen. Im Juni lag der Ölpreis noch bei mehr als 115 Dollar und hat seither fast ein Viertel eingebüßt. Die Gründe für den überraschenden Preisverfall liegen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite.

Zum einen müssen immer mehr Länder ihre Wachstumserwartungen für dieses und nächstes Jahr reduzieren. Dazu gehören Europa, China, Japan, Brasilien und Russland. Und zum anderen ist die Ölproduktion in vielen Ländern auf einem Rekordhoch. Die USA haben im September 8,9 Millionen Barrel pro Tag produziert, so viel wie zuletzt vor 28 Jahren. Russland produziert nahe seinem Rekord, und auch viele Opec-Länder pumpen so viel Öl aus dem Boden, wie sie können.

Die vielen schlechten Nachrichten aus Ölförder-Ländern haben da keinen Einfluss auf den Preis, weder der Krieg in Irak und Syrien noch das Chaos in Libyen noch der Ebola-Ausbruch in Westafrika oder die Geländegewinne von Boko Haram in Nigeria. "Die Investoren akzeptieren die Realität, dass es einen Angebotsüberschuss gibt", sagt Ric Spooner vom Finanzdienstleister CMC Markets in Sydney.

Saudi-Arabien reduziert den Preis

Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien nicht bereit zu sein scheint, die Ölförderung zu drosseln. Im Gegenteil: Das Königreich hat am 1. Oktober seine Preise für alle Kunden reduziert, um seinen Marktanteil auf dem Ölmarkt zu verteidigen. Das britische Wirtschaftsmagazin The Economistschreibt dazu: "Die meisten Opec-Länder befinden sich in einem Preiskrieg."

Aus Sicht Saudi-Arabiens hat ein niedriger Preis zwei Vorteile: Zum einen brauchen Iran und Russland einen Ölpreis von über 100 Dollar, um ihre Staatshaushalte auszugleichen. Und zum anderen sind die Förderkosten für gefracktes US-Öl deutlich höher als die Kosten in Saudi-Arabien. Dort kostet es gerade mal vier Dollar, um ein Barrel Öl zu produzieren.

Hier Können Sie den Artikel weiterlesen

Zurück zur Übersicht

Quelle   KLIMARETTER.INFO | Christian Mihatsch 2014