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12.08.2012

Befreiung vom Überfluss

„Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.“ (Niko Paech)

Eine Streitschrift für eine entschleunigte und entrümpelte Welt.

  • Würden wir eine Welt vermissen, in der man sich zwischen drei Dutzend Fernsehprogrammen, Internet und anderen Zerstreuungen glaubt entscheiden zu müssen?
  • Wäre es nicht schöner wieder mehr Zeit für Familie und Freunde zu haben, Zeit um selbst Musik zu machen oder Nachbarn zu helfen?

Doch nach einer anstrengenden 40-Stunden-Woche möchte man sich auch einmal etwas gönnen: das neueste Smartphone, einen Kurztripp nach London oder einen Flachbildfernseher. Ruckzuck steckt man im Teufelskreis aus Konsumwunsch und Zeitmangel. Und nicht nur das: Der Ruf nach „mehr“ lässt Rohstoffe schwinden und treibt die Umweltzerstörung voran.

Noch ist die Welt nicht bereit, von der Droge „Wachstum“ zu lassen. Aber die Diskussion über das Ende der Maßlosigkeit nimmt an Fahrt auf. Der Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech liefert mit seinem Buch „Befreiung vom Überfluss".

Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“, das am 3. April 2012 im oekom verlag erscheint, die dazu passende Streitschrift, die „grünes“ Wachstum als Mythos entlarvt und zugleich aufzeigt, dass nachhaltige Entwicklung mit Genügsamkeit beginnt.

Die derzeit allgegenwärtige Debatte um die monströsen „Rettungsschirme“ wird zur Schicksalsfrage stilisiert und lässt uns glauben machen, dass die Rettung ökonomisch maroder Euroländer unseren bisherigen Wohlstand sichern würde und daher unumgänglich sei. Dabei verzetteln wir uns schon jetzt im Hamsterrad einer reizüberfluteten Konsumsphäre und zehren die knappen Ressourcen unserer Zeit auf.

Zu allem Überfluss sind wir auch dem Märchen des „grünen“ Wirtschaftswachstums und des „nachhaltigen“ Konsums aufgesessen, das uns suggeriert, Wachstum ließe sich in „gut“ und „schlecht“ unterscheiden. Doch diesen Unterschied hält Niko Paech für Augenwischerei.

Der bekannte deutsche Wachstumskritiker plädiert für einen von geldvermittelter und global arbeitsteiliger Fremdversorgung unabhängigen Lebenfstil, befreit von "Konsumkrücken" und "Energiesklaven". In seinem Gegenentwurf, der Postwachstumsökonomie, fordert er industrielle Wertschöpfungsprozesse einzuschränken und lokale Selbstversorgungsmuster zu stärken.

Das von Paech skizzierte Wirtschaften wäre genügsamer, aber auch stabiler und ökologisch verträglicher. Und es würde viele Menschen entlasten, denen im Hamsterrad der materiellen Selbstverwirklichung schon ganz schwindelig wird.

Niko Paech ist einer der bedeutendsten deutschen Wachstumskritiker – und er ist authentisch, denn er lebt seine Vision einer „entschleunigten und entrümpelten Welt“.

Der Volkswirtschaftler ist seit 2010 außerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg. Als Vorsitzender der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) genießt er einen hohen Bekanntheitsgrad und findet bei einer breiten Öffentlichkeit Gehör.

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Quelle   oekom verlag 2012