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06.12.2012

Der Duft-Code – Wie die Industrie unsere Sinne manipuliert

Bei Weihnachtseinkäufen nicht von falschen Düften verführen lassen. Kunden werden immer mehr duftmanipuliert.

Manch typischer Weihnachtsgeruch, ein Mix aus Zimt, Nelken, Muskatnuss, Glühwein, Maronen und vielem mehr, birgt in vielen Fällen Gefahren für die Gesundheit und den Geldbeutel der Verbraucher. Denn nicht alles, was uns Weihnachtsglück­seligkeit verheißt, ist auch echt.

Zur Vorsicht beim Weihnachtseinkauf hat deshalb jetzt die Stiftung NatureLife-International (NLI) aufgerufen

„Die Duftindustrie sorgt mit immer ausgefeilteren Methoden dafür, dass wir uns wohl fühlen und leichtfertiger den Geldbeutel aufmachen. Zugleich nehmen wir Stoffe auf, die im Verdacht stehen Allergien auszulösen“, so NatureLife-Präsident Claus-Peter Hutter.

Immer mehr Düfte stammen nicht von echten, natürlichen Zutaten, sondern es sind künstliche Aromen, die uns in gute Einkaufslaune versetzen sollen. Neben den sofort in die Nase ziehenden Gerüchen werden solche eingesetzt, die wir nur im Unterbewusstsein wahrnehmen, warnt die Umweltstiftung NatureLife-International. Das schafft Kauflaune. Duftstoffe werden über unauffällige Klimaanlagen oder sogenannte Duftsäulen verteilt und die „Botschaft“ der Kunstdüfte von den Verbrauchern selbst unbemerkt über das Limbische System – unser Urhirn – aufgenommen.

Die Duftsäulen sehen etwa aus wie Lautsprecherboxen, Schirmständer oder Vasen und sind nach Mitteilung von NatureLife nur schwer zu erkennen, da sie in der Regel versteckt angebracht werden. Über diese Apparaturen werden speziell an die Produktpalette der Läden und die Jahreszeiten angepasste Kunstaromen verteilt.

Der Trick ist nach Angaben von NatureLife, dass der Mensch über ein Riechhirn verfügt, das schon auf wenige Moleküle reagiert. Der Mensch atme rund 23000mal am Tag und mit jedem Atemzug werden Düfte und Gerüche aufgenommen, die das Gehirn verarbeite, die aber den Betroffenen nicht bewusst seien.

„Ein bewusstes Riechen muss gar nicht stattfinden, das Riechhirn springt an, ohne dass wir es merken“, sagt NatureLife-Präsident C.-P. Hutter. Das Perfide an der Sache sei, dass nicht nur in Geschäften zunehmend unterschiedlichste Duftaromen eingesetzt werden, um das Kaufverhalten der Kunden zu manipulieren; auch in immer mehr Lebensmitteln – und dabei vor allem in vielen Fertiggerichten – werde Geschmack vorgegaukelt, den die verarbeiteten Zutaten längst nicht mehr haben, kritisiert NatureLife.

Aufgepasst! heißt es nach den Worten von NatureLife-Präsident C.-P. Hutter auch beim Weihnachtsurlaub. Viele Hotels beduften künstlich über Klimaanlagen oder versteckte Duftspender die Zimmer, damit es sauber und frisch riecht, und sie setzen in Bars fein dosiert Duftaromen ein – etwa auf der Basis von Grapefruit-Duft – die dafür sorgen, dass mehr Cocktails und alkoholische Getränke bestellt werden.

Die Umweltstiftung NatureLife verweist auf Hinweise des Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V., wonach zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland potenziell gefährdet sind, dass durch künstliche Duftstoffe und Duftstoffkombinationen Allergien unterschiedlichster Art ausgelöst oder bei vorhandenen Erkrankungen bedenklich verstärkt werden können.

Doch nicht nur an Weihnachten werden Kunden zunehmend mit Kunstaromen manipuliert; das zeigt die Stiftung Naturelife-International mit dem Buchreport „Der Duft-Code – Wie die Industrie unsere Sinne manipuliert“ von Eva Goris und Claus-Peter Hutter auf. Darin kommen nicht nur zahlreiche Exeprten zu Wort, sondern es werden auch Tipps gegeben, wie man dem zunehmenden Duftterror entkommen kann.

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Quelle   NatureLife-International 2012Stiftung für Umwelt, Bildung und Nachhaltigkeit