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19.05.2013

Die Zukunft in unseren Händen: Eine tiefenökologische Philosophie

Das Buch "Die Zukunft in unseren Händen" des 2009 verstorbenen norwegischen Philosophen Arne Naess ist Umweltbuch des Monats Mai 2013 der Deutschen Umweltstiftung.

Arne Naess‘ Hauptwerk wurde im norwegischen Original 1976 veröffentlicht. Im Jahre 1989 erschien es in Kooperation mit David Rothenberg in Englisch mit dem Titel „Ecology, Community and Lifestyle“ und erfuhr weltweit große Aufmerksamkeit – und das aus gutem Grund.

Es stellte nämlich die vorherrschende Interpretation der angewandten Ökologie fundamental in Frage: „The shallow and the deep“ – die flache und die tiefe Ökologie, die seichte und die radikale Ökologiebewegung wurden zur plakativen Kontrastformulierung.

Als naturverbundener Mensch unterstützte Naess zwar die in Gang gekommene Umweltpolitik, doch war er der festen Überzeugung, dass es für die Rettung von Mensch und Natur weit mehr bedarf, als nur des Reparierens der entstandenen Umweltschäden. Denn ökologisch verantwortliche Politik hat neben der Umweltverschmutzung und der Ressourcenverknappung mit grundsätzlicheren Fragen zu tun – mit Fragen, die fundamentale Prinzipien der Diversität, der Komplexität, der Autonomie, der Dezentralisierung, der Symbiose, des Egalitarismus und der Klassenlosigkeit betreffen.

Das Heraustreten der Ökologen aus ihrer einstigen Nische markieren zwar einen Wendepunkt in der Geschichte von Wissenschaft und Politik, doch nunmehr konkurrieren eine an der Oberfläche bleibende, aber verhältnismäßig mächtige Bewegung (the shallow) und eine tiefergehende, jedoch weniger einflussreiche Bewegung (the deep) miteinander um die öffentliche Aufmerksamkeit. So gebührt denn ein besonderer Dank dem Verlag und dem Übersetzer für dieses (späte) Geschenk eines Klassikers der Ökologiebewegung.

Wenn man die Grundhaltung von Arne Naess teilt, muss die Lektüre des Buches nicht in Trauer und Trübsal enden (S. 14): „Ich begann dieses Buch zu schreiben, weil ich pessimistisch war und dennoch betonen wollte, dass es selbst in einer Welt, die vor der Katastrophe steht, möglich ist, Freude zu empfinden.“

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Quelle   Deutschen Umweltstiftung 2013