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15.01.2015

Angela Merkels Kampf um den Beifall

Eine Branche feiert sich: Den schwersten Job des Abends hat vermutlich Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Jahresempfang des Bundesverbandes Erneuerbare Energie in Berlin: Als Festrednerin Angela Merkel am Mittwochabend das Berliner Hotel Maritim pro Arte betritt, brandet ihr Beifall entgegen. Vielleicht tausend Macher der Energiewende sind gekommen, die ersten Reihen erheben sich sogar beim Klatschen. Als "liebe Frau Doktor Merkel" wird sie herzlich begrüßt, von Fritz Brickwedde, dem Präsidenten des Bundesverbandes. Die Bundeskanzlerin muss sich aber erst einmal gedulden, bevor sie reden kann. Zuerst spricht der Hausherr.

Brickwedde begrüßt die Landesminister, die gekommen sind, die "mehr als 20 Bundestagsabgeordneten" und auch die zehn Staatssekretäre. "Wir freuen uns über jeden, der zum Siegeszug der Erneuerbaren beiträgt", sagt der BEE-Präsident. Nach noch nicht einmal einer Minute brandet Beifall für Brickwedde und die Branche auf: 2014 seien die Erneuerbaren erstmals der größte Stromproduzent in der Bundesrepublik gewesen. "Wo früher Monopole das Sagen hatten, arbeiten heute 1,5 Millionen erneuerbare Anlagen." Beifall.

"Ausschreibungen, das hat sich in anderen Ländern gezeigt, sind nur für wenige Große geeignet, um sich zu beteiligen", warnt der Verbandschef. Die Bundesregierung will in diesem Jahr den Bau von solaren Freiflächen-Anlagen ausschreiben. "Wir wollen keine Re-Oligarchisierung durch die Hintertür der Ausschreibung". Schon wieder Beifall für Brickwedde, der fürchtet, dass Bürgerenergiegenossenschaften oder Stadtwerke zu klein sind, um sich beteiligen zu können.

Die Furcht vor dem Kahlschlag
Hier können Sie den Hintergrund weiterlesen


Weitere Infos:
pv-magazine: Merkel: Atempause für die Photovoltaik
Diese etwas zynische Wortwahl der Bundeskanzlerin war wie ein Schlag in die Magengrube der Solarbranche.

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Quelle   KLIMARETTER.INFO | Nick Reimer 2015

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