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06.03.2019

Die Energiewende braucht Innovationen – und eine CO2-Steuer

Die Expertenkommission Forschung und Innovation empfiehlt der Bundesregierung die Einführung einer CO2-Steuer. Kohle, Öl und Gas seien immer noch viel zu billig. Außerdem könne die Energiewende ohne Innovationen nicht erfolgreich sein.

Bis 2050 soll das Energiesystem in Deutschland weitgehend treibhausgasneutral sein. Das sieht der Klimaschutzplan der Bundesregierung vor. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen innovative Technologien und Geschäftsmodelle einen entscheidenden Beitrag leisten, empfiehlt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Und das Rad muss auch nicht neu erfunden werden: „Viele wichtige Technologien und Geschäftsmodelle sind heute schon marktreif“, heißt es im aktuellen EFI Gutachten 2019. Ein Durchbruch bleibe aber aufgrund des zu niedrigen Preises für CO2 und regulatorischer Vorgaben aus. 

  • "Viele wichtige Technologien und Geschäftsmodelle sind heute schon marktreif"

Baue man diese Hemmnisse erst einmal ab, würden die Preise für Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas steigen. Dadurch könnten zwar Lenkungswirkungen erzielt werden, jedoch müsste man auch ungewünschte Verteilungseffekte im Blick behalten. Deshalb empfiehlt die Expertenkommission die Kopplung der Reformen an sozialpolitische Maßnahmen wie einen Einkommenstransfer.

Klimafreundliche Technologien stärken

Wenn Abgaben und Umlagen auf Energie tatsächlich über alle Wirtschaftssektoren hinweg an die Klimaschädlichkeit bzw. den Ausstoß von Treibhausgasen geknüpft werden, stärke man automatisch innovative und klimafreundliche Technologien. Wirtschaftlich schwächere Haushalte könnten hingegen durch die zusätzlichen Steuereinnahmen der CO2-orientierten Steuerreform kompensiert werden.

Es werde jedoch nicht reichen, die Energiewende ausschließlich auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschränken. Um den Endenergieverbrauch von 2017 allein aus regenerativ erzeugtem Strom zu decken, wäre eine Kapazität von mehr als 1.400 Gigawatt (GW) erforderlich. Tatsächlich installiert waren in dem Jahr jedoch nur 112 GW. „Für den notwendigen Ausbau auf 1.400 GW wird nicht nur die Zeit knapp – es fehlt schlichtweg an den erforderlichen Ausbauflächen für Wind­ und Solaranlagen“, heißt es im Gutachten. Deshalb prognostiziere man derzeit, dass der Ausbau von Erneuerbaren aus Platzgründen eine Kapazität von 500 GW nicht überschreiten wird.

Energiewende braucht innovative Technologien

Doch was tun, wenn nicht nur Erneuerbare ausbauen? Für eine erfolgreiche Dekarbonisierung des deutschen Energiesystems braucht es innovative Technologien und Geschäftsmodelle. Neben der regenerativen Stromerzeugung seien vor allem digitale Technologien zur besseren Steuerung der Stromnetze entscheidend. Hierbei nennt die Expertenkommission nicht nur Smart Meter, sondern auch virtuelle Kraftwerke und Smart-Grid-Technologien.

Aber auch in weiteren Sektoren bestehe dringender Handlungsbedarf. Schließlich sind die Bereiche Gebäude, Verkehr und Industrie für etwa zwei Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dafür werde die sektorübergreifende Nutzung von Strom aus Erneuerbaren Energien immer wichtiger. Neben der Sektorkopplung müsse aber auch die Energieeffizienz gestärkt und massive Energieeinsparungen erreicht werden.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (jk) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 25 / Herbst 2018 | "Baustelle Energiewende - Was jetzt zu tun ist" | Jetzt lesen | Download

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