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05.06.2017

Die Lungen der Erde funken SOS

Die heute in New York beginnende UN-Meereskonferenz will die Weltgemeinschaft ihren Nachhaltigkeitszielen näherbringen. Politiker fordern "drastische Maßnahmen", um den Zustand der Ozeane zu stabilisieren. Nie sei es den Meeren schlechter gegangen. Aus Stockholm Reinhard Wolff

"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger auf dem Planeten Meer." Mit dieser Begrüßung hatte die grüne EU-Parlamentsabgeordnete Isabella Lövin vor dreieinhalb Jahren eine Rede vor Schwedens Königlicher Wissenschaftsakademie eingeleitet. In der sie dann die Frage aufwarf, ob es nicht angebracht sei, unseren zu 72 Prozent seiner Oberfläche aus Wasser bestehenden blauen – und eben nicht grünen oder braunen – Planeten statt Erde besser Meer zu nennen. Vielleicht könne das ja "einen Tropfen mehr" an Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig die Meere für das Überleben der Menschheit seien.

Lövin ist mittlerweile Ko-Vorsitzende der grünen Miljöpartiet und schwedische Ministerin für Klima und Entwicklungszusamenarbeit. In den letzten Monaten war sie federführend verantwortlich für die Vorbereitung der "Ocean Conference", die auf Initiative Schwedens und der Fidschi-Inseln vom 5. bis zum 9. Juni in New York stattfinden wird. Eine Konferenz in Regie der Vereinten Nationen, bei der es um das Nachhaltigkeitsziel Nummer 14 geht – das "Meeresziel" zur Bewahrung und nachhaltigen Nutzung der Ozeane, Meere und maritimen Ressourcen.

Es ist eines von 17 Zielen, auf die sich 193 Staaten in der UN-Generalversammlung 2015 im Rahmen der "Sustainable Development Goals" geeinigt hatten. Die Konferenz zum Meeresziel ist nicht nur die erste zu einem dieser Nachhaltigkeitsziele, sondern auch die erste große UN-Konferenz, die ausschließlich das Meer zum Thema hat.

Ozeane in schlechterem Zustand als je zuvor

Das sei an der Zeit, meint Lövin: "Wir dürfen keinen Tag mehr verlieren." Ein lebendes Meer sei "entscheidend für die Entwicklung der Welt. Und das Meer ist auch die Frage, die wir bislang bei den Klimadebatten nicht genug im Blick hatten".

Die Länder der Welt müssten nun beweisen, dass sie an einem Strang ziehen könnten, erklärte auch Jan Eliasson, ehemaliger stellvertretender UN-Generalsekretär, auf einer Vorbereitungstagung am Dienstag in Stockholm: "Globale, nationale und lokale Probleme sind miteinander verwoben. Ebensowenig wie es beim Klima oder bei Migrations- und Flüchtlingsfragen nationale Lösungen gibt, gibt es sie beim Meer. Gemeinsamkeit ist das wichtigste Wort."

Hier können Sie den Hintergrund weiterlesen

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Quelle   Der Hintergrund wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (Reinhard Wolff) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!    

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