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09.12.2015

Die Muskelspiele beim Pariser Klimagipfel

Beim Pariser Klimagipfel haben die vier großen Schwellenländer der BASIC-Koalition ihre Agenda klargemacht. Ebenso die Europäer: Sie verbünden sich erneut mit den Entwicklungsländern.

Chinas oberstes Ziel auf der Klimakonferenz in Paris ist es, Entwicklungsland zu bleiben. Kann ja sein, dass China beansprucht, das schönste Olympiastadion, die größte Stahlindustrie, die höchsten Gebäude der Welt zu haben. Und natürlich Mitglied des Clubs der größten Weltwirtschaften zu sein. "Hier sind wir Mitglied der G77-Verhandlungsgruppe", sagt Xie Zhenhua, der chinesische Sonderbeauftragte für den Klimawandel.

In der G77 formulieren die Entwicklungsländer ihre Verhandlungsposition für den neuen Weltklimavertrag. Und das Schwergewicht China ist nicht allein. An diesem Dienstag trat Xie mit seinen Amtskollegen aus Brasilien, Südafrika und Indien auf, die sogenannte BASIC-Koalition. Xie: "Wir sind abgestimmt auf diese Konferenz gekommen, wir vertreten hier ein und dieselben Interessen."

Dass Brasilien, Südafrika, Indien und China in Paris unbedingt als Entwicklungsländer auftreten wollen, liegt an Paragraf 4.2 der Klimarahmenkonvention aus dem Jahr 1992. Darin ist festgelegt, dass die Industriestaaten "schuld" an der Erderwärmung sind. 80 Prozent aller menschengemachten Treibhausgase in der Atmosphäre stammten damals aus ihren Schloten. Deshalb sind die Industriestaaten auch in der Verantwortung, während die Entwicklungsländer keine Pflichten haben.

"Die Industriestaaten müssen liefern"

Doch seither ist China zum weltgrößten Treibhausgas-Emittenten aufgestiegen, mittlerweile sind die Pro-Kopf-Emissionen höher als in Frankreich, Spanien, Bulgarien oder Schweden. "Wir sind nicht nach Paris gekommen, um eine neue Konvention zu verabschieden", sagt deshalb Xie. "Wir sind nach Paris gekommen, um ein neues Abkommen unter dem Dach der Klimakonvention zu beschließen". Zu gut Deutsch: Alle berufen sich stur auf Paragraf 4.2.

"Die Industriestaaten sind schuld am Problem, deshalb müssen sie liefern", sagt Prakash Javadekar, Umweltminister von Indien, das mittlerweile hinter den USA drittgrößter CO2-Emittent der Welt ist – auch wenn sein Pro-Kopf-Ausstoß noch lange nicht an den europäischer Staaten heranreicht. Brasiliens Umweltministerin Izabella Teixeira ergänzt: "Wir brauchen die Differenzierung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern."

Hier können Sie den Bericht aus Paris weiterlesen

Alle Beiträge von Klimaretter.info zur COP 21 in Frankreich finden Sie hier

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