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25.05.2016

Ex-Präsident der Malediven erhält Asyl

Der Ex-Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, erhält in Großbritannien politisches Asyl. Das teilte sein Büro mit. Nasheed, eine Galionsfigur der internationalen Klimabewegung, war in seinem Land als "Terrorist" angeklagt und im vergangenen Jahr zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Im Januar durfte er für eine Rückenoperation nach Großbritannien reisen – und will nun bis auf Weiteres dort bleiben. "Ich sehe keine andere Möglichkeit, als im Exil zu arbeiten", erklärte Nasheed. "Zumindest im Moment."

Nasheed war 2008 der erste frei gewählte Präsident des Inselstaates im Indischen Ozean. Im Februar 2012 war er nach Protesten und Turbulenzen im Land zurückgetreten. Anfang 2015 verurteilte ihn ein Gericht mit der Begründung, Nasheed habe während seiner Amtszeit gegen nationale Anti-Terrorismus-Gesetze verstoßen. Amnesty International bezeichnete das Urteil als "Farce".

Nasheeds Regierung hatte Ende 2011 die Schließung von Wellness-Centern in Hunderten Luxushotels angeordnet. Daraufhin wurden dem Präsidenten "antiislamische Aktivitäten" vorgeworfen, im Februar 2012 kam es zum Putschversuch.

Nasheed ließ während seiner Amtszeit das Regierungskabinett unter Wasser tagen, um auf die Gefahr hinzuweisen, sein Inselstaat könnte infolge des Klimawandels untergehen. Beim Klimagipfel 2009 in Kopenhagen erklärte er "im klimaretter.info-Interview, ein Selbstmordpakt" sei inakzeptabel, und brachte damit Industriestaaten gegen sich auf.

Sein damaliges konsequentes Festhalten am 1,5-Grad-Ziel hat am Ende zum Klimagipfel-Erfolg von Paris beigetragen. Für die Malediven rief Nasheed eine Solarinitiative aus. Der 49-Jährige ist Botschafter der Klimaschutzorganisation 350.org.

Bei seinem Amtsantritt 2008 hatte Nasheed die 30 Jahre währende autoritäre Herrschaft von Maumoon Abdul Gayoom beendet. Der jetzige Präsident Abdulla Yameen ist der Halbbruder des früheren Herrschers.

Foto: Adam Welz/Wikimedia Commons

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (vk) 2016 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!

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