Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

03.07.2017

G20: 10.000 demonstrierten in Hamburg

In Hamburg haben am Sonntag Polizeiangaben zufolge rund 10.000 Menschen gegen die Politik der G20-Staaten protestiert.

Die Organisatoren der Großdemonstration sprachen von 18.000 Teilnehmern. Nach der Auftaktkundgebung auf dem Rathausmarkt zog der Marsch des Bündnisses "G20-Protestwelle" durch die Hamburger Innenstadt. Zusätzlich demonstrierten Aktivisten mit mehr als 130 Booten und Flößen auf der Hamburger Binnenalster.

Aufgerufen zur Demonstration hatte ein breites Bündnis von Umweltverbänden über Gewerkschaften bis zu kirchlichen Organisationen. "Viele haben mit einem bunten, kreativen und friedlichen Protest deutlich gemacht, dass eine andere Politik nötig ist", erklärten die Organisatoren. Die G20-Staaten müssten endlich Maßnahmen ergreifen, um die drängenden Fragen der Zeit zu lösen und für einen gerechten Welthandel, die Rettung des Klimas, die Bekämpfung sozialer Ungleichheit und die Stärkung der Demokratie zu sorgen.

Viele Demonstranten trugen Banner mit der Aufschrift "Klima retten" und "Kohle stoppen". Rund 100 Greenpeace-Aktivisten demonstrierten an einem Kohlefrachter im Hamburger Hafen. An das Schiff schrieben sie in zwei Meter großen Buchstaben "End Coal" (Steigt aus der Kohle aus). Aktivisten hielten Banner mit der Aufschrift "Merkel's Dirty Secret: Coal" (Merkels schmutziges Geheimnis: Kohle).

Greenpeace kritisierte, dass Deutschland immer mehr Steinkohle importiert – im vergangenen Jahr 43 Millionen Tonnen und damit doppelt so viel wie noch 2000. "Nur der Ausstieg aus der Kohle kann verhindern, dass die Energiewende auf halben Wege stecken bleibt", sagte Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. "Ohne Deutschlands Kohleproblem anzugehen, bleibt die Kanzlerin in jeder Klimadiskussion unglaubwürdig."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor wenigen Tagen in einer Regierungserklärung indirekt die Politik von US-Präsident Donald Trump kritisiert und die Unverhandelbarkeit des Paris-Abkommens betont. Auf der Tagesordnung des G20-Gipfels steht auch die Verabschiedung eines Klimaaktionsplans. Noch ist aber offen, wie stark dieser noch abgeschwächt wird und ob sich alle 20 Staaten der Erklärung anschließen werden. Es wird erwartet, dass der Plan auf dem G20-Gipfel zu heftigen Kontroversen führen wird.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, am Pariser Klimavertrag festzuhalten und sich vom Anti-Klimaschutz-Kurs der USA nicht beeindrucken zu lassen. Die Vereinigten Staaten schadeten damit sich selbst, den Europäern und allen anderen Völkern der Welt, sagte er in einem Interview mit dem Umweltmagazin movum

"Wer den Klimawandel nicht bekämpft, wird nicht nur mit den Folgen immer härterer Unwetter, Dürren und Überflutungen zu tun bekommen, sondern verhindert auch wirtschaftliches Wachstum und technischen Fortschritt", mahnte Gabriel. Deshalb dürfe sich die Weltgemeinschaft durch die von Trump ausgelöste Kehrtwende in der US-Klimapolitik nicht beeindrucken lassen.

Die gestrige Demonstration ist die erste von zahlreichen Protesten, die für die kommende Woche in Hamburg angekündigt sind.

Zurück zur Übersicht

Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (em) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!   

Das könnte sie auch interessieren