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09.07.2017

G20: Klimaschutz jetzt 19 gegen 1

19 Staats- und Regierungschefs bekennen sich zur raschen Umsetzung des Paris-Abkommens. Die USA hingegen sprechen sich für "saubere" fossile Energien aus. Kritiker bemängeln, dass den Worten zum Klimaschutz kein Kohleausstieg folgt.

Gipfel-Abschluss: Auch beim Klimaschutz bringt die G20 eine gesichtswahrende gemeinsame Erklärung zustande - indem sie die Uneinigkeit ungeschminkt benennt. Ob der G20-Gipfel in Hamburg mit einer gemeinsamen Abschluss-Erklärung enden wird, war bis zuletzt unklar. Vor allem beim Klimaschutz schien eine Einigung - angesichts der bekannten Anti-Haltung von US-Präsident Trump - wenig wahrscheinlich. Nun ist das Treffen der 19 wichtigsten Staats- und Regierungschefs doch mit einem von allen unterschriebenen Kommuniqué zu Ende gegangen. Auch was den Klimaschutz betrifft.

Möglich war dies, weil Kanzlerin Merkel als Gastgeberin vorab als Linie vorgab: Man wolle Kompromisse, allerdings sollten Differenzen "nicht übertüncht" werden. Im Kommuniqué gibt es folglich nun zwei unterschiedliche Absätze zum Thema Klimaschutz.

In dem einen Absatz bekennen sich 19 Länder zum Pariser Klimaabkommen. Dieses sei "unumkehrbar", betonen sie und sprechen sich für eine - wie Merkel es formulierte - "schnellstmögliche" Umsetzung aus. Die Abkehr der USA von dem Abkommen nehmen die 19 "zur Kenntnis".

19 Länder tragen die Haltung der USA nicht mit

Der zweite Absatz bringt die gegensätzliche Haltung der USA zum Ausdruck. Sie betonen das Thema Energieversorgung und kündigen an, "saubere" und "effiziente" fossile Energie exportieren zu wollen. Erst in der vergangenen Woche hatte US-Präsident Trump eine fossile "Energierevolution" angekündigt und den Willen seiner Regierung betont, die USA zu einem Energie-Exporteur zu machen, der den Weltmarkt dominiert.

Bei den letzten Verhandlungen über den Abschlusstext in der vergangenen Nacht waren die Differenzen zwischen der Haltung der 19 und den USA noch mal klarer herausgearbeitet worden, sagte Merkel nach Abschluss des Gipfels. So sollte vollkommen klar werden, dass die übrigen 19 die Haltung der USA nicht mittragen. Dies sei, sagte Merkel, auch beim G7-Gipfel in Sizilien im Mai schon so gehandhabt worden, und das sei gut so.

Hier können Sie den Hintergrund weiterlesen

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Quelle   Der Hintergrund wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (Friederike Meier / Verena Kern) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden! 

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